Groß-Rohrheim

Politik Groß-Rohrheimer Parlament arbeitet lange Themenliste ab

Anbau oder Neubau für die Feuerwehr?

Groß-Rohrheim.Lag es am Veranstaltungsort – der Bürgerhalle – oder an der langen Pause? Schließlich war es die erste öffentliche Gemeindevertretersitzung nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen. Jedenfalls zeigten sich die Groß-Rohrheimer Parlamentarier nicht besonders entschlussfreudig. Trotz der umfangreichen Tagesordnung gab es auch nur wenige Diskussionen. Das erste Drittel der zu beschließenden Themen erfolgte ohnehin ohne Aussprache. Vieles wurde in die Ausschüsse zurückverwiesen.

Buslinie 44: Die Freien Wähler wollten wissen, ob sich an den Fahrgastzahlen der Buslinie 44, die Groß-Rohrheim mit Gernsheim und Darmstadt verbindet, etwas geändert hat. Die Zahlen seien weiterhin sehr niedrig geblieben, teilte Bürgermeister Rainer Bersch mit. „Im Dezember endet das Experiment. Wie es weiter geht, darüber wird demnächst entschieden“, sagte Bürgermeister Rainer Bersch zu Beginn der Sitzung.

Lindenhofschule: Einstimmigkeit herrschte auch bei der kurzfristigen Änderung des Bebauungsplanes „Am Entenweg“. Die Befreiung von verschiedenen Vorgaben macht es möglich, dass die Lindenhofschule während der Sanierungszeit in das ehemalige Schüco-Bürogebäude umziehen kann.

Bibliser Weg: Das Gemeindeparlament votierte einstimmig für den Satzungsbeschluss des Bebauungsplans für das Neubaugebiet „Bibliser Weg“. Die Verwaltung muss den Plan nun noch ausfertigen, so dass er endgültige Rechtssicherheit erhält.

Allee: Mit 14 Ja-Stimmen – mit sechs dagegen – wurde die Entwurfsplanung für die Pavillons in der Allee in den zuständigen Fachausschuss zurückverwiesen.

Multifunktionsfeld: Das Gleiche geschah mit dem geplanten Multifunktionsfeld. Darüber beschwerte sich Svenja Banasiuk (BfGR): „Wenn Sie das wieder in den Ausschuss geben, war dessen Arbeit der vergangenen zwei Jahre umsonst.“ Auch der Antragsteller, die CDU, konnte dieses Vorgehen nicht verstehen, zumal die Kosten vom Land übernommen würden und bis Ende des Jahres Anträge gestellt werden müssen, damit das Geld nicht verfällt. Der Grund für den erneuten Wunsch nach Beratung war, dass die Aussagen von Vereinen und Schule unterschiedlich bewertet wurden. Einige Parlamentarier sind der Meinung, es gebe bei den Sportvereinen so gut wie kein Interesse an einem Multifunktionsfeld, andere behaupten das Gegenteil.

Sportstätten: Auf den Weg gebracht wurden aber andere Maßnahmen aus dem Sportstätten-Entwicklungsplan. Mit Mehrheit genehmigt wurde die Verlegung der Weitsprung-und Kugelstoßanlage: Der Planer soll einen maßstabsgetreuen Plan des Bewegungsparcours vorlegen, das Kleinspielfeld neben der Bürgerhalle soll saniert werden und nebenan Boule-Bahnen entstehen. Zudem soll der Jugendrat zur Skaterbahn befragt werden.

Feuerwehr: Länger diskutiert wurde über den Antrag der Freien Wähler, der Feuerwehr ein neues Gerätehaus im Industriegebiet zu bauen. Dann könnte aus dem bisherigen Stützpunkt ein „Haus für Bürger und Vereine“ werden. „Wir sagen nicht, dass es die beste Lösung ist. Aber die Variante mit dem Anbau ist unserer Meinung nach nicht alternativlos“, sagte Gerhard Henzel von den Freien Wählern/Bürger für Groß-Rohrheim (BfGR). „Wir bitten Sie darum, unseren Antrag zu prüfen.“ – „Wir können dem nicht zustimmen: Das Ganze ist zu teuer, und die Feuerwehr will das gar nicht“, erklärte Matthias Dobry für die CDU.

Für die SPD fügte Peter Hess an, dass seine Fraktion dem Antrag ebenfalls nicht zustimmen werde. „Wir haben uns schon vor 20 Jahren Gedanken über den Standort gemacht. Der jetzige ist die beste Lösung. Die Anfahrtszeiten bei einem Einsatz wären vom Industriegebiet einfach viel zu lang“, so Hess. Bei sechs Ja- und zwölf Nein-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Der Antrag zum Thema Feuerwehr-Anbau wurde ebenfalls zurück in die Fachausschüsse verwiesen.

Weitere Beschlüsse: Einstimmig votierte das Gemeindeparlament dafür, die Satzung für das Neubaugebiet „Bibliser Weg“ zu beschließen. Die Verwaltung muss den Plan nun noch ausfertigen, so dass er endgültige Rechtssicherheit erhält.

Einstimmig wurde die Genehmigung des Haushalts 2020 durch die Aufsichtsbehörde zur Kenntnis genommen. Einmütigkeit herrschte auch bei der Stellungnahme zum Landesentwicklungsplan sowie zur weiteren Vorgehensweise beim Industriestammgleis. Letztgenanntes soll von der DB Netz AG instand gesetzt werden.

Wie Bersch berichtete, hat das Ordnungsamt in der Brutzeit Kontrollen durchgeführt, ob Hunde angeleint waren. „Bei den Stichproben gab es keine Beanstandungen.“

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