Groß-Rohrheim

Handball Strafen wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls treffen Mannschaften hart / Suche nach Lösungen läuft

„Befinden uns in einem Dilemma“

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Ohne Schiedsrichter geht es nicht – darüber sind sich auch die Handballer einig. Funktionäre suchen seit Jahren nach einer Lösung für die kontinuierlich abnehmende Zahl an Unparteiischen. Doch eine Lösung ist nicht in Sicht.

Dass die Bestrafung der Vereine, die weniger Schiedsrichter stellen, als sie selbst für ihre am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften benötigen, eine unbefriedigende Lösung darstellt, darüber sind sich alle im Klaren. Immerhin hat das Druckmittel „Schiedsrichtersoll“ in den vergangenen Jahren den Rückgang etwas verlangsamt. Nun flatterten den betroffenen Vereinen wieder die Bescheide der Sportinstanz ins Haus, in denen aufgeführt wurde, ob sie diesmal mit einer Geldstrafe – im ersten Jahr des Missstands – oder mit einer verdoppelten Geldstrafe und Punktabzug belegt werden.

„Leider werden in unserem Bezirk 28 Punkte abgezogen. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als es 13 waren“, erklärt der Vorsitzende des Handballbezirks Darmstadt, der Lampertheimer Klaus Bernshausen. Das bedeutet, dass es diese Vereine nach der einfachen Geldstrafe nicht geschafft haben, ihr Soll auszugleichen.

„Wir befinden uns in einem Dilemma. Um Strafen zu entgehen, wurden bereits Mannschaften abgemeldet. Mit einer abnehmenden Zahl von Mannschaften wird aber letztlich auch der Wettbewerbscharakter ausgehöhlt. Weniger Derbys bedeuten weniger Zuschauer, weniger Mannschaften bedeuten weniger Spielerinnen und Spieler. Weniger Aktive bedeuten letztlich auch weniger Ehrenamtliche für die Positionen der Trainer, Zeitnehmer und auch Schiedsrichter. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen“, so Bernshausen, der dabei auch auf eine Arbeitsgruppe hofft, die auf Ebene des Landesverbands eingesetzt wurde und Lösungswege aufzeigen soll.

Geteilte Stellen als Vorschlag

Bei den Vereinen macht man sich ebenfalls Gedanken – gerade bei denen, die auch von Punktabzügen betroffen sind. So könnte sich der TV Groß-Rohrheim, dessen Landesliga-Team einen Zähler abgezogen bekommt, vorstellen, ältere, erfahrene Schiedsrichter bei der Stange zu halten, in dem man halbe Stellen schafft. „Wenn Zwei sagen, dass der Aufwand für sie zu groß ist, aber sie sich mit einem Schiedsrichterkollegen die Spielaufträge teilen können, wäre das für alle Beteiligten eine gute Sache“, meint Trainer Sascha Holdefehr. „Damit wird das Problem natürlich nicht vollständig beseitigt, aber es wäre eine Möglichkeit, um etwas Entlastung zu schaffen“, glaubt der Übungsleiter.

Der eine Punkt, der seiner Mannschaft abgezogen wird, kommt nicht überraschend: „Das wussten wir ja schon. Natürlich müssen wir irgendwo diesen einen Zähler sportlich mehr holen, aber dafür bieten sich uns sicherlich noch einige Möglichkeiten“, ist Holdefehr überzeugt. Deutlich härter trifft es den Liga-Konkurrenten HSG Fürth/Krumbach. Die Odenwälder liegen mit 0:20 Punkten ohnehin am Tabellenende. Ihnen werden weitere fünf Zähler abgezogen. „Wenn bei uns bis Weihnachten nicht der Knoten platzt und wir ein paar Punkte holen, so dass wir nach der Pause quasi bei Null beginnen, stehen wir schon mit einem Bein in der Bezirksoberliga“, gibt sich Fürths Trainer Waldemar Rack keinen Illusionen hin.

Bitter sind auch die drei Punkte, die der HSG Ried in der Bezirksliga D abgezogen werden. Allerdings sind die sportlichen Auswirkungen hier eher gering: Trotz des einen Zählers auf der Habenseite kann man aus der untersten Liga nicht absteigen. Hier dürfte die Geldstrafe von 1200 Euro – für jeden im zweiten Jahr fehlenden Schiedsrichter 400 Euro – mehr schmerzen. me

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