Groß-Rohrheim

Kommunalpolitik SPD und Freie Wähler werfen Groß-Rohrheimer Bürgermeister unsachgemäße Finanzplanung vor / Genossen sehen Rachemotive

Bersch: Habe beim Etat keine Fehler gemacht

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Die SPD in Groß-Rohrheim hat „kein Vertrauen mehr“ in den Bürgermeister, wie Fraktionschef Horst Menger im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ betont. Das Tischtuch sei zerschnitten, sagt er. Und Rainer Bersch, Bürgermeister und SPD-Mann, versteht die Welt nicht mehr. Die, die ihn mal unterstützt haben, setzen ihm mit Sascha Holdefehr einen Gegenkandidaten für die Bürgermeisterwahl am 15. März vor die Nase. Und im Dezember weisen sie seinen Etatentwurf zurück.

„Außer meiner Neujahrsansprache vom letzten Jahr fällt mit nichts ein“, antwortet Bersch auf die Frage nach Gründen für das Zerwürfnis. Dabei hat er gesagt, er könne die Schilder zur Partnerschaft mit Mouzon abhängen, nachdem die Gemeindevertreter das Geld für die Besuche gestrichen hätten. Die echauffieren sich noch heute darüber. Sie sagen, Bersch habe es selber vorgeschlagen. Nein, sagt der, diese 3000 Euro hätten auf der Liste der freiwilligen Leistungen gestanden, die das Parlament wegen des Sparzwangs verlangt habe. Das Geld tatsächlich zu kappen, sei eine politische Entscheidung gewesen, so Bersch.

Und der Hinweis in der Neujahrsansprache, die Parlamentarier sollten auch an ihre Sitzungsgelder denken, wenn zu sparen sei, habe auf Facebook „einen Shitstorm gegen uns ehrenamtliche Politiker ausgelöst“, erklärt Horst Menger.

Die aktuellen Vorwürfe der Fraktionen von SPD und Freien Wählern (FW) in der Gemeindevertretung, der Bürgermeister habe einen unsachgemäßen Haushaltsentwurf vorgelegt, seien vorgeschoben. Er habe dabei keine Fehler gemacht – „Wahlkampf eben“, sagt Rainer Bersch. „Ich kann nicht einen Haushalt mit einem Plus von 81 000 Euro vorlegen, und der geplante Feuerwehr-Anbau von 500 000 soll dann über den Nachtragshaushalt abgewickelt werden“, sagt Horst Menger. Außerdem habe der Bürgermeister genug Zeit gehabt, einen Entwurf mit konkreten Zahlen vorzulegen, ergänzt Walter Öhlenschläger, der FW-Fraktionschef.

Der Architekt habe den Anbau ans Feuerwehrhaus längs geplant, er solle aber im 90-Grad-Winkel gebaut werden, erklärt der Bürgermeister. Wegen der Neuplanung seien Verzögerungen entstanden. Und natürlich, so Bersch, hätte man die halbe Million dafür in den Nachtrag schreiben können. „Die Gemeinde hat doch das Geld dafür“, sagt er. Die CDU sieht bei SPD und FW „reinen Wahlkampf“, wie Fraktionschef Kurt Kautzmann erklärt.

Via Gemeinde-Homepage hat der Verwaltungschef wissen lassen, dass es derzeit keine Windelsäcke gebe – solche freiwilligen Leistungen seien bei einer vorläufigen Haushaltsführung nicht gestattet. Damit räche Bersch sich für die Zurückweisung des Haushalts an „den kleinsten Mitbürgern“, teilt die SPD mit. „Das ist unglaublich“, sagt der Bürgermeister. Auf den Hinweis, diese Leistung sei zugelassen, verspricht Bersch die erneute Prüfung des Sachverhalts.

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