Groß-Rohrheim

Bauausschuss Freie Wähler bringen wieder Neubau des Feuerwehrgerätehauses ins Gespräch / Bersch stellt Pläne für Anbau vor

Drei kleine Gebäude in der Allee geplant

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Zwei Fachberater, wenig Diskussionsbedarf, viele Zuschauer und eine außergewöhnliche Sitzordnung: Dies charakterisierte die erste Groß-Rohrheimer Sitzung des Bau- und Umweltausschusses nach dem Corona-Lockdown.

Architekt Michael Kehl präsentierte die verbesserten Planungsvarianten für das Bauvorhaben in der Allee, das vor allem beim Bauernmarkt, aber auch von Vereinen und für Veranstaltungen genutzt werden soll. Ein Lager- sowie ein Verkaufsraum mit Kuchentheke und eine Toilettenanlage sollen dort für – je nach Variante – 164 000 bis 184 000 Euro entstehen. Kehl sieht Flachdächer sowie eine Vertäfelung aus Thermo-Esche vor: „Das ist robustes und pflegeleichtes Holz. Selbst Graffiti-Schmierereien können leicht entfernt werden.“ Besonders feste Glasflächen sollen auch Vandalismus standhalten. Die Varianten sind sich von Form und Anordnung her recht ähnlich. Nach kurzer Aussprache gab es eine kleine Mehrheit für den ersten Vorschlag: zwei dafür, einer dagegen, eine Enthaltung. Über Anregungen und Bedenken zum Bebauungsplan fürs Neubaugebiet „Am Bibliser Weg III“ sprachen die Ausschussmitglieder mit Planer Rolf Schepp. Dabei ging es unter anderem um Naturschutz, Entwässerung, Siedlungsdichte, Lärmschutz und um die Versickerung von Niederschlagswasser. „Wir wissen, dass es im äußersten Westen des künftigen Neubaugebiets zur Überschreitung von Grenzwerten beim Lärm kommen wird. Aber das betrifft nur die vier dort geplanten Reihenhäuser. Das lässt sich leider nicht ändern und kann das Vorhaben rechtlich aber nicht verhindern“, sagte Schepp.

Gerade durch die Reihenhausbebauung und einen Wall solle der Lärmpegel reduziert werden. Für die Versickerung des Regenwassers soll jeder Bauherr auf seinem Grundstück eine Zisterne bauen. Das Gemeindeparlament kann in seiner Sitzung am Donnerstag, 25. Juni, den Bebauungsplan auf den Weg bringen. Das wurde vom Bauausschuss einstimmig so beschlossen.

Die Freien Wähler wünschen sich nach wie vor den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Denn dort könnten – anders als im geplanten Anbau – Räume für die Erwachsenenbildung (VHS), eine Krabbelgruppe und das DRK untergebracht werden. Die Abfahrt der Einsatzfahrzeuge in die Emil-Jahn-Straße sei ohnehin problematisch, zudem gäbe es Parkplätze für die Einsatzkräfte. Keiner aus den anderen Fraktionen gab dazu eine Stellungnahme ab, so stimmten nur die beiden BfGR-Ausschussmitglieder für ihren Antrag. Danach informierte Bürgermeister Rainer Bersch über die Pläne für den Anbau ans Feuerwehrgerätehaus. „Die Mitglieder der Rohrheimer Wehr befürworten das – und keinen Neubau draußen im Industriegebiet. Beim Anbau mit Halle und erweiterten Sozialräumen reden wir von Kosten in Höhe von 461 000 Euro, bei einem Neubau sind es vier bis fünf Millionen“, sagte Bersch. Aus dem alten Feuerwehrgerätehaus lasse sich nicht so einfach ein Haus für Vereine und die Volkshochschule machen. Dafür reiche der Platz nicht, wenn das DRK zwei Drittel beanspruche. Mit der Entfernung eines Baumes am Eingang ließen sich fünf neue Parkplätze schaffen, erklärte der Bürgermeister. Seine Planungen bekamen weder Zustimmung noch Ablehnung: Bei vier Enthaltungen erfolgte keine Empfehlung ans Gemeindeparlament.

Zum Thema Nahverkehrsplan des Kreises Bergstraße hieß es, dass für die Gemeinde eine neue Buslinie geplant sei: Die Linie 462 soll von Biblis zukünftig weiter nach Bensheim fahren – über Groß-Rohrheim, Langwaden und Schwanheim. Ob und wann, sei aber noch offen. mibu

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional