Groß-Rohrheim

Entwaffnend aufrichtig

Archivartikel

Martin Schulte zu den Pannen von Rainer Bersch

Rainer Bersch, Bürgermeister in Groß-Rohrheim, hat zwei Mal die Planung für den Anbau des Feuerwehrgerätehauses vermasselt. Dieser Vorgang hätte das Potenzial für einen handfesten kommunalpolitischen Skandal, auch wenn offenkundig kein großer finanzieller Schaden entstanden ist. Wäre es nicht Rainer Bersch, der die Fehler gemacht hat. Bersch hat die Größe unumwunden zu sagen: „Ja, ich habe das zwei Mal verbockt.“ Dieses Verhalten, die entwaffnende Aufrichtigkeit haben großen Seltenheitswert gerade im politischen Betrieb – ganz gleich ob es die große Bühne ist oder die kleinere. Aus dem potenziellen Skandal wird nichts, weil Bersch uns in seiner Offenheit ins Bewusstsein ruft, dass Fehler zum Leben gehören, nicht nur zum Leben der anderen – und eben auch nicht nur zu Politikern und Verwaltungsleuten.

Natürlich darf die Bürgerschaft von Groß-Rohrheim von ihrem Bürgermeister erwarten, dass er saubere Arbeit abliefert. Gerade, wenn der erste Fehler bereits passiert ist. Bersch hat Mist gebaut. Was uns erstaunt: Er räumt es ein. Der Politik und mit ihr der Bereitschaft, Politik zu vertrauen, wäre sehr gedient, wenn das Beispiel Schule machte. Der Beobachter staunt, weil seine Erfahrung gegensätzlich ist. Verantwortungsträger in Politik und Verwaltung liefern, auf Fehler angesprochen, zu häufig vorgestanzte Ausweich-Rhetorik.

Um sich am Ende selbst zu demaskieren.

 
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