Groß-Rohrheim

Handball-Landesliga Groß-Rohrheims Ex-Trainer Sascha Holdefehr steckt mitten in seinen Zukunftsplanungen

„Habe einige Dinge angeleiert“

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Vor einer Woche wäre die große Abschlussfeier bei den Handballern des TV Groß-Rohrheim über die Bühne gegangen. Im Idealfall wäre mit einem finalen Heimsieg gegen die SG Egelsbach der Klassenerhalt in der Landesliga gefeiert worden. Und natürlich hätte auch die Verabschiedung von Trainer Sascha Holdefehr viel Raum eingenommen. Schon im Januar hatte Holdefehr mitgeteilt, dass er sein Amt zur Verfügung stellen würde. Doch der Corona-Shutdown hat die Saison frühzeitig beendet und die Abschiedsfeier für den Trainer muss warten. Immerhin: Der Klassenerhalt ist fix, da es nach dem Saisonabbruch keine Absteiger gibt. Im folgenden Interview steht Sascha Holdefehr über seine Zeit beim TV Groß-Rohrheim Rede und Antwort – und zieht Bilanz.

Herr Holdefehr, Hand aufs Herz: Hatten sie noch mit dem Klassenerhalt gerechnet?

Sascha Holdefehr: Ich glaube schon, dass es noch berechtigte Hoffnungen gab. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs standen für uns noch vier Heimspiele aus. Aber natürlich hätte man schauen müssen, ob es uns dann gelungen wäre, konstant immer zu punkten. Es wäre sicherlich eng geworden, aber die Chance bestand.

Für sie persönlich kam der Saisonabbruch kurz nach der missglückten Wahl zum Bürgermeister in Groß-Rohrheim. Doppelt ärgerlich?

Holdefehr: Natürlich hatte ich schon noch einiges mit der Mannschaft vor und wollte mich nach der Zeit des Wahlkampfs, als ich sicherlich nicht immer so mit dem Team arbeiten konnte, wie ich es eigentlich gewohnt war, noch einmal richtig rein hängen. Ich hatte richtig Lust darauf, aber dann kam ja das jähe Ende.

Die Saison verlief im ersten Drittel vielversprechend. Was führte schließlich zum Einbruch und dem Abrutschen in der Tabelle?

Holdefehr: Da waren viele Faktoren. Zum Start war die gesamte Mannschaft unbeschwert, was auch einem jungen Spieler wie Niklas Fries zu Gute kam. Mit zunehmender Dauer wuchs der Druck, man verkrampfte und davon konnte sich dann auch jemand wie Niklas nicht mehr befreien. Er hat eine ausgezeichnete Saison gespielt, aber die Lockerheit war dann weg. Ein anderes Beispiel ist unser Torhüter Alexander Wägerle, der eine sehr gute Vorbereitung absolvierte, dann aber wegen seiner Ausbildung nicht mehr regelmäßig trainieren konnte. Das hat sich mit zunehmender Dauer dann bemerkbar gemacht und als er wieder hätten trainieren können, verletzte er sich.

Verletzungen waren ohnehin ein großes Thema. . .

Holdefehr: Ja, auf jeden Fall. Als wir unser Saisonziel, einen einstelligen Tabellenplatz, erklärten, rechnete ich fest mit Sebastian Haas, Manuel Kohl und Lukas Baumann. Dass alle drei fast kein Spiel machen konnten, war nicht zu erwarten. Dadurch stieg dann der Druck auf Andreas Ochs und Till Haas, die beide eine starke Saison spielten, aber irgendwann auch ausgebrannt waren.

Dennoch ist ihre Bilanz nach viereinhalb Jahren als Trainer der Groß-Rohrheimer Männer äußerst positiv.

Holdefehr: Als ich hier angefangen habe, war das Ziel von Abteilungsleiter Hans-Peter Erlemann und mir schon, irgendwann in die Landesliga aufzusteigen. Dass es dann so schnell gehen würde und wir mit zwei Aufstiegen in Folge den Durchmarsch schaffen würden, damit war natürlich nicht zu rechnen.

Wie sehen sie den TVG aufgestellt?

Holdefehr: Ich drücke natürlich die Daumen, dass mein Nachfolger Tim Borger es schafft, die Mannschaft in der Landesliga zu etablieren. Aber das wird sehr schwer, da beispielsweise der Abgang von Andreas Ochs sehr schwer wiegt. Aber positiv ist, dass einige vielversprechende Talente in den Startlöchern stehen.

Sie werden weiter als Jugendtrainer in Groß-Rohrheim tätig sein?

Holdefehr: Ja, genau. Ich bleibe Jugendkoordinator und werde auch die C-Jugend trainieren. Zudem leite ich die Handball-AG im Gymnasium Gernsheim.

Und wie sind die Ambitionen, wieder eine Männermannschaft zu übernehmen?

Holdefehr: Das muss man abwarten. Derzeit habe ich einige Dinge angeleiert. So werde ich beispielsweise bei Benjamin Matschke, dem Trainer des Bundesligisten Eulen Ludwigshafen, hospitieren. Zudem habe ich mich als Hessenauswahltrainer beworben und mich auch für einen Lehrgang für den Jugendleistungsbereich in Großwallstadt angemeldet. Perspektivisch kann ich mir auch vorstellen, noch die A-Lizenz zu erwerben. Ich möchte mich auf jeden Fall weiter fortbilden im Handball, neue Ideen sammeln. Ob ich dann in Zukunft im Jugendleistungsbereich oder wieder bei den Aktiven als Trainer arbeiten werde, ist völlig offen. me

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