Groß-Rohrheim

Bürgermeisterwahl Gespräch mit dem Kandidaten über seine Schwerpunkte

Holdefehr will ein besseres Image für Groß-Rohrheim

Groß-Rohrheim.Sascha Holdefehr will am 15. März Rainer Bersch besiegen und Bürgermeister von Groß-Rohrheim werden. Im Redaktionsgespräch sprechen wir mit ihm über die drei wichtigsten Schwerpunkte seiner Arbeit, sollte er gewählt werden. Er habe darüber hinaus noch das eine oder andere Thema, sagt Holdefehr. Einverstanden, dafür haben wir ein „Außerdem“. Wir beschreiben zunächst das Gespräch mit dem Herausforderer, das mit dem Amtsinhaber folgt.

Besseres Image: Dieser Punkt sei ihm eigentlich der allerwichtigste, betont Sascha Holdefehr. Denn die Dinge zu erreichen, die zu einer Verbesserung des Images von Groß-Rohrheim beitrügen, würde seine weiteren Schwerpunkte quasi mit erledigen.

Er wisse aus seinen Gesprächen, dass sich viele Groß-Rohrheimer in den Nachbarkommunen nicht so wahrgenommen sähen, wie sie es eigentlich wollten. Ein Stück weit könne er das nachvollziehen, sagt der Kandidat. Was die Lebensqualität im öffentlichen Raum betreffe, „hat Groß-Rohrheim einfach zu wenig zu bieten“, sagt Holdefehr. Den Begriff Provinzmief will er nicht benutzen – dafür sei ihm die Gemeinde zu sehr ans Herz gewachsen.

„Aber wenn Sie sich zum Kaffee verabreden, frühstücken gehen oder sich auf ein Bier mit Freunden treffen wollen, müssen Sie nach Biblis oder Gernsheim fahren. In Groß-Rohrheim gibt es dafür nichts“, so Holdefehr. Das finde er höchst bedauerlich – und das schade dem Image, innerhalb wie außerhalb der Gemeinde. Für das Café hat er schon eine Idee, aber dazu mehr beim nächsten Punkt. Zu einer höheren Lebensqualität trügen natürlich auch Geschäfte für die Nahversorgung bei. Das liege im Argen in Groß-Rohrheim und müsse sich ändern. Auf die Frage nach dem Wie erklärt Holdefehr, er wolle, wie bei allen anderen Vorgängen auch, die beteiligten Akteure zusammen trommeln, schauen, dass jeder sich einbringe. Gemeinschaft zu stiften, Teams zu bilden und sie zu motivieren, seien seine Stärken. Das wisse er aus dem Sport wie aus dem Beruf, sagt der Kandidat.

Betreutes Wohnen: Groß-Rohrheim habe lediglich ein kleines, privat betriebenes Altenheim. Er wolle sich für betreutes Wohnen mit Pflegeanbindung an zentraler Stelle im Ortskern stark machen, sagt Holdefehr. Menschen, die nicht mehr alleine in einem Haushalt leben könnten oder wollten, sollten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, lautet sein Anspruch. Auch das gehöre zur Lebensqualität in Groß-Rohrheim. Hier könne dann auch ein Café untergebracht werden als Treffpunkt für alle Generationen, für Bewohner und alle anderen Bürger.

Den Wunsch nach betreutem Wohnen hätten ihm viele ältere Menschen nahegebracht, die noch alleine zurechtkommen. Deshalb sehe er Bedarf dafür in Groß-Rohrheim, erklärt Holdefehr. Über Standort, Umfang und Kosten könne er noch nichts sagen, das alles müsse gemeinsam mit der Politik besprochen und geprüft werden. „Natürlich müssen wir das finanzieren. Das ist wie im Privaten auch. Aber wir müssen auch alle Zuschuss-Töpfe anzapfen. Da liegt in Groß-Rohrheim eh einiges brach“, so der 48-Jährige. Der Betreiber des Altenheims habe ihm schon seine Unterstützung angeboten, sagt der Kandidat.

Wirtschaftskraft: Eine Gemeinde könne sich nur positiv entwickeln, wenn sie wachse, sagt Holdefehr. Dazu bräuchte es mit Blick auf die Steuereinnahmen neue Gewerbeansiedlungen. Außerdem Wohnraum für die Menschen, die nach Groß-Rohrheim ziehen wollen. Von deren Einkommenssteuer profitiere die Gemeinde wiederum. „Wir brauchen Steuerzahler und nicht Logistikhallen, in denen für Niedriglöhne gearbeitet wird.“

Er wolle ein Netzwerk bilden mit Heppenheim, Bensheim, Lorsch und Lampertheim, damit sich die Nachbarn über Bewerber austauschen und sich gegenseitig unterstützen könnten. Zum Beispiel? „Wenn sich ein Unternehmen bei einem Nachbarn ansiedeln will, der aber keinen Platz dafür hat, dann kann er doch Groß-Rohrheim empfehlen.“

Außerdem: Holdefehr möchte einen Bürgerbus einrichten, der die Menschen kostenlos zum Einkaufen und zu den Ärzten in die Nachbarkommunen bringt. Und er wolle sich für mehr Sauberkeit und Sicherheit einsetzen, sagt er.

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