Groß-Rohrheim

Gedenken Kreisbeigeordneter spricht am Volkstrauertag in seiner Heimatgemeinde Groß-Rohrheim / Blasmusik und FC Quartett mit dabei

Karsten Krug ruft zur Zivilcourage auf

Archivartikel

Groß-Rohrheim.„Der Volkstrauertag ist ein Tag des Innehaltens, ein Tag der Erinnerung und ein Tag der Trauer“, erklärte der Groß-Rohrheimer Karsten Krug, Kreisbeigeordneter (SPD), bei der Gedenkfeier für die Toten und Opfer der beiden Weltkriege, vergangener und gegenwärtiger Gewaltherrschaften und Kriege. Bürgermeister Rainer Bersch gedachte zudem 30 Jahre nach dem Mauerfall der Gefallenen an der innerdeutschen Grenze, die in Frieden und Freiheit leben wollten und dabei ihr Leben ließen.

Die Gedenkstunde am Mahnmal auf dem Groß-Rohrheimer Friedhof gestaltete die Rohrheimer Blasmusik sowie der FC Quartett mit. Den Kranz legten Bersch und Vertreter des VdK nieder. Karsten Krug äußerte mahnende Worte und warb für das Mitwirken der Bürger an einer friedvollen Gemeinschaft. Noch immer gebe es kriegerische Auseinandersetzungen auf der Welt. „Es scheint, als ob die Mahnung ,Aus der Vergangenheit lernen’ im Nichts verhallen würde“, sagte Krug.

Trotz der Schrecken und der Not, die Kriege über die Menschen bringen, gebe es Staatsoberhäupter, die Krieg als zulässiges Mittel zur Konfliktlösung und zur Durchsetzung eigener Interessen erachten. Machthaber setzten sich über Bemühungen der internationalen Gemeinschaft hinweg und betrachteten Frieden und Freiheit als „weltfremde Schwärmerei“. Krug meinte, vorhandener Wohlstand müsse dafür eingesetzt werden, um die Lebensverhältnisse in den ärmsten Ländern zu verbessern. Die internationalen Anstrengungen reichen seiner Ansicht nach nicht aus.

„Wir dürfen nicht vergessen, wie viel Leid für die Welt und für das eigene Volk von deutschem Boden ausgegangen ist“, mahnte Krug. Diese historische Tatsache bedeute eine große Verantwortung. Doch leider verblasse die Erinnerung immer mehr. Nur wenige Zeitzeugen könnten noch vom Grauen der Weltkriege und den Grausamkeiten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft berichten. Umso mehr seien die folgenden Generationen gefragt. „Wer sich das Vergangene nicht bewusst macht, läuft Gefahr, die Schrecken zu wiederholen“, warnte Krug.

„Dulden Sie kein menschenverachtendes Verhalten gegenüber Andersartigen oder Andersdenkenden. Hier ist unsere Zivilcourage gefragt“, betonte Krug. Er berichtete von der neu geschaffenen Institution AdiNet, dem Antidiskriminierungsnetzwerk im Kreis Bergstraße, das Zivilcourage und Antidiskriminierung in den Focus der Gesellschaft rücke. Und er erinnerte an die Veranstaltung in Biblis gegen Rechts, bei der er auf die Gefahr aufmerksam gemacht habe, dass demokratische Strukturen gefährdet sein könnten.

„Die Attraktivität der Volksparteien schmilzt, davon profitiert der rechte Rand und macht sich auf in die Mitte der Gesellschaft, auch dank Sozialer Medien“, so Krug. Mehr denn je gelte es, die Demokratie zu verteidigen und nicht zu vergessen, was Deutschland an den Rand seiner Existenz gebracht hat.

„Eine starke Demokratie, eine wache Bürgerschaft und Verantwortungsbewusstsein bei jedem von uns sind die besten Mechanismen gegen Kräfte, die unsere verfassungsmäßige Ordnung missbrauchen und aushöhlen wollen“, erklärte Karsten Krug. str

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional