Groß-Rohrheim

Kommunalpolitik Jugendrat noch nicht aufgegeben / Kita länger offen

Landzunge geht durch Kiesabbau verloren

Groß-Rohrheim.Eine recht lange Tagesordnung lag den Groß-Rohrheimer Gemeindevertretern in der jüngsten Sitzung auf dem Tisch. Allerdings ließen sich die einzelnen Punkte dank guter Vorberatung in den Ausschüssen recht zügig abarbeiten. Dazu gehörte zum Beispiel der Waldwirtschaftsplan, der einstimmig verabschiedet wurde. Ohne Aussprache nahm die Versammlung auch den Nachtragshaushalt des laufenden Jahres und den Entwurf des Haushaltsplans für 2018 zur Kenntnis. Über beides beraten jetzt die Ausschüsse.

Unstrittig war das Musikprogramm für den Maimarkt, das der Ausschuss für Sport-, Kultur und Jugendfragen empfohlen hatte. Mit deutlicher Mehrheit von 13 Stimmen wurde die Vorkaufsrechtsatzung der Gemeinde verabschiedet. Sechs Gemeindevertreter stimmten dagegen. Ohne weitere Redebeiträge erklärten SPD und CDU ihre Zustimmung, während die "Freien Wähler - Bürger für Groß-Rohrheim" durch Gerhard Henzel noch einmal nachdrücklich ihren Widerspruch anmeldeten. Die Fraktion fordert eine konkrete Planung für Wohnraum, der alle Bevölkerungsschichten umfasst, sowie seniorengerechte Wohnungen im Ortskern. Darüber hinaus will Henzel wissen: "Was und in welcher Form und mit welchen Mitteln soll im Ortskern verändert werden?"

Abgesegnet wurde schließlich der Liefervertrag, der die Abnahme von Fassbier und Flaschenbier durch die Gemeinde neu regelt. Auch die verlängerten Öffnungszeiten im evangelischen Kindergarten erhielten die Zustimmung der Gemeindevertretung. Einstimmig folgte man damit der Vorgabe, den Kindergarten künftig von 7 bis 17 Uhr offen zu halten.

Der Jugendrat, der nach Ansicht von Horst Menger (SPD) "eigentlich gescheitert ist", wird von einer Mehrheit der Gemeindevertreter gleichwohl noch nicht aufgegeben. Fünf Gemeindevertreter stimmten dafür, die Geschäftsordnung dieses Gremiums zu streichen, zehn Abgeordnete sprachen sich gegen die Streichung aus und vier enthielten sich der Stimme.

Einstimmig machte die Versammlung den Weg frei, die gemeindeeigene Liegenschaft in der Rheinstraße zu vermieten. Damit hat der Gemeindevorstand die Möglichkeit, hier eine Flüchtlingsfamilie unterzubringen. Der derzeitige Bewohner, ebenfalls ein Flüchtling, zieht in eine kleinere Wohnung um.

Uferbereich für Angler gesucht

Zum weiteren Kiesabbau in der Gemarkung lag der Versammlung ein Antrag der CDU-Fraktion vor, in dem unter anderem gefordert wird, den Termin für die Fertigstellung der neuen Werkszufahrt zur L 3261 auf den 30. Juni 2018 festzuschreiben. Auch soll die von den Anglern genutzte Landzunge so lange erhalten bleiben, bis gemeinsam mit dem Angelverein ein anderer Uferbereich gefunden ist. Diese und einige weitere Forderungen, die sich mit dem Angebot der Kiesabbaufirma decken, sollen auf Antrag der CDU im Nutzungsvertrag mit der Gemeinde festgeschrieben werden.

Während die SPD-Fraktion dem Antrag zustimmte, erbaten die Bürger für Groß-Rohrheim eine Sitzungsunterbrechung, um sich endgültig eine Meinung zu bilden. Fraktionsvorsitzender Walter Öhlenschläger überreichte danach einen Änderungsantrag, in dem gefordert wird, die Angler-Landzunge zu erhalten.

Ferner soll der Vertrag vom Hessischen Städte- und Gemeindebund geprüft werden, und das Ergebnis soll der Gemeindevertretung vorgelegt werden. Abgelehnt wurde schließlich der Schutz der Angler-Landzunge, während eine klare Mehrheit dafür stimmte, den Vertrag vom Städte- und Gemeindebund prüfen zu lassen. Alles in allem stimmten zehn Gemeindevertreter für den CDU-Antrag mit den Änderungen, sieben lehnten ab und zwei enthielten sich der Stimme.

Der weitere Kiesabbau und damit verbunden die Veränderungen der Uferlandschaft trieb die "Bürger für Groß-Rohrheim" noch weiter um. Sie fordern den Erhalt der Angler-Landzunge und der angrenzenden Flachwasserzone. Während die Fraktion bemängelt, dass die Landzunge "einfach so weggebaggert wird", hielt Bürgermeister Rainer Bersch entgegen, dass der Planer des Baggerunternehmens durchaus einen Ersatz suche. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. eib

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