Groß-Rohrheim

Bildung Kreis investiert rund sieben Millionen Euro in Groß-Rohrheim / Baubeginn im nächsten Frühjahr

Lindenhofschule erhält Anbau

Groß-Rohrheim.Für die Generalsanierung und Erweiterung der Lindenhofschule in Groß-Rohrheim sind rund sieben Millionen Euro veranschlagt. Die Möblierung ist inbegriffen. Nachdem die Planungsphase bereits 2016 gestartet war, soll es nun im Frühjahr nächsten Jahres richtig losgehen.

Rund drei Monate vor Baubeginn müssen die rund 130 Schüler in Container – heute nennt man das Module – umziehen. Mit der Fertigstellung des Anbaus rechnen die Darmstädter Architekten Jörg Blume und Sebastian Bohnekamp gegen Ende 2021. Der Schulbetrieb wird zweizügig sein mit jeweils zwei Klassen für die Stufen eins bis vier.

Bereits im Jahr 2017 wurde die Bausubstanz der Schule überprüft. Das hatte 190 000 Euro gekostet. Ursprünglich sollte die Maßnahme Ende 2019 starten. Auch die Schulleiterin ist froh, dass endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. „Dieses Projekt war ein langer Traum“, so Christiane Ritzert bei der Vorstellung der Pläne im Heppenheimer Landratsamt.

Ritzert leitet die kleine Grundschule am Ortsrand seit zehn Jahren. Dem Altbau aus dem 19. Jahrhundert wurde in den 1960er Jahren ein sogenannter Schusterbau hinzugefügt. Verbunden wurden die beiden Baukörper des denkmalgeschützten Ensembles durch ein kleines Nebengebäude mit Toiletten, das im Zuge der Maßnahme entfernt wird.

Ziel ist die Schaffung einer zeitgemäßen Grundschule, in der ein bedarfsgerechtes Lernen möglich ist und die den Erfordernissen eines Ganztagsbetriebs entspricht, betonte Landrat und Schuldezernent Christian Engelhardt. Die Schule soll im Sinne des „Pakts für den Nachmittag“ ausgebaut werden.

Der Neubau für Mensa, Mehrzweckräume, Bibliothek und Toiletten soll sich nach Angaben der Planer harmonisch in den Bestand einfügen und quasi als Spiegelung des Schustergebäudes integriert werden. Dadurch entsteht nicht nur ein Flur, um den Brandschutz zu gewährleisten, sondern auch ein in sich lockeres Ensemble, das sich mit einer ruhigen Fassadengestaltung dezent hinter dem Altbau platziert. In der unteren Etage entstehen Mensa, Küchenbereich und Toilettenanlagen. Darüber sollen eine Bibliothek und zwei Mehrzweckräume eingerichtet werden, in denen auch unterrichtet werden kann. Um das unterschiedliche Niveau von Schusterbau und Neubau zu überwinden, sehen die Entwürfe eine Ausgleichstreppe samt Aufzug vor, der einen barrierefreien Zugang zwischen den Baukörpern ermöglicht.

Räume hell und freundlich

Aufgrund der kleinen baulichen Lücke zwischen den beiden Gebäuden und der gläsernen Außenfassade der Ergänzungsarchitektur sollen die neuen Räume besonders hell und freundlich werden. Jörg Blume spricht von einem feingliedrigen Bau, der wie eine Kulisse hinter dem Altbau diesen optisch in den Vordergrund rücke. Die Temperierung des Komplexes soll über eine Erdwärmeheizung erfolgen. Die Bohrungen sind direkt unter dem Gebäude vorgesehen.

Es gebe neue pädagogische Anforderungen, denen man gerecht werden müsse, so die Schulleiterin. „Schule hat sich verändert, sie ist differenzierter geworden“, sagt Christiane Ritzert. Für Landrat Christian Engelhardt ist das Millionenprojekt ein Beispiel für ein neues Denken im Bildungsbereich, das Architektur, Ausstattung und Pädagogik als Dreiklang versteht. Der Kreis als Schulträger wolle durch die hohen Investitionen allen Akteuren im schulischen Bereich Wertschätzung ausdrücken – und dies auch in einem baulich-architektonischen Kontext. Seit 2005 wurden in die Lindenhofschule nach Angaben der Kreisverwaltung rund 2,3 Millionen Euro investiert.

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