Groß-Rohrheim

Offene Bühne Inga Bachmann besticht mit komischen Gedankensprüngen / „Sudden Orchestra“ lässt der Spielfreude freien Lauf

„Monster im Schrank“ stimmen fröhlich

Groß-Rohrheim.Der Kontrast bestimmte wieder einmal das Programm auf der Offenen Bühne. Das reichte vom Soloauftritt von Inga Bachmann über neu arrangierte Pop-Evergreens von der Band „Mezzo Mix“ bis zum „Sudden Orchestra“ mit Freejazz.

Es ist schon einige Zeit her, seit die Heidelbergerin Inga Bachmann zuletzt auf der Offenen Bühne stand; damals noch mit Partner unter dem Band-Namen „Viviendola“. Diesmal stand sie alleine vorm Publikum und begeisterte wieder mit eigenen Liedern, auf Gitarre oder Ukulele begleitet. Es gab Songs, die wie frühere Texte zum Nachdenken anregten, aber auch manch komische Gedankensprünge hatten. So erzählte sie, dass das Fahrrad geklaut worden war, um dann in der nächsten Strophe vom Radfahren in der Stadt zu singen.

Für die „Monster im Schrank“ gab’s fröhliches Lachen, der „Sand aus der Sahara“ erntete Beifall. Und „Eigentlich“, „Supergut“ und weitere Titel erhielten ebenfalls kräftigen Applaus.

Sichtlich erfreut reagierte das Publikum auf „Dust In The Wind“, „Rose of Cimarron“ und weitere Oldies. Es wurde fleißig mit geklatscht und gesungen. Aber auch, als die Gruppe „Mezzo Mix“ in die Schublade mit den Volksliedern griff und „Nehmt Abschied Brüder“ und „Die Gedanken sind frei“ anstimmte, fand das rundum Anerkennung. Denn auch diese Lieder haben durchaus Potenzial, was durch feinfühlige neue Arrangements betont wurde.

Dazu passte anschließend „Donna Donna“, einst von Joan Baez weltweit populär gemacht. Hier erklang aber der jiddische Originaltext, von Aaron Zeitlin in den frühen 1940er Jahren gedichtet. Astrid Milarch und Heidi Scheurer (Gesang) sowie Walter Hoinka (Gitarre und Arrangements) erhielten viel Applaus.

Jazz-Improvisationen

Seit gut einem Jahr arbeiten zahlreiche Musiker, Sängerinnen und Tänzerinnen an dem Projekt „Sudden Orchestra“. In der Besetzung Lutz Jahnke (Schlagzeug), Thomas Seifried (Kontrabass), Wenzel Heldens (Keyboard), Bernhard Gerke (Sopransaxophon und Bassklarinette) und Arno Koch (Klarinette und Tenorsaxophon) boten sie auf der Offenen Bühne freie Jazz-Improvisationen.

Musikalisch war das Ganze am Anfang gewöhnungsbedürftig. Aber man konnte sich hineinhören und entdeckte dann sogar Strukturen, die während der Probenarbeit entwickelt worden waren. Die „Partitur“ stand nicht in Notenschrift, sondern zeigte als grafische Darstellung bestimmte Eckpunkte fürs Zusammenspiel. Mit dabei war auch die Tänzerin Alexandra Scibor, die ebenfalls frei improvisiert umher wirbelte. eib

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