Groß-Rohrheim

Wirtschaft Rundgang bei Schmidt Kommunalfahrzeuge in Groß-Rohrheim / Enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde

Müllfahrzeuge haben Vorfahrt

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Seit 1987 ist Schmidt Kommunalfahrzeuge an dem Standort in der Industriestraße in Groß-Rohrheim. Die Firma kauft, verkauft, vermietet, wartet, repariert und exportiert alle Arten von Fahrzeugen, die in der Entsorgungsdienstleistung eingesetzt werden, wie beispielsweise Müllautos, Kehrmaschinen oder Streuwagen für den Winterdienst. An den beiden Standorten Groß-Rohrheim und Brahmenau in Thüringen arbeiten rund 80 Mitarbeiter.

Auf dem rund 35 000 Quadratmeter großen Firmengelände in Groß-Rohrheim sind in der großen Halle verschiedene Abteilungen wie die Dreherei und Spenglerei untergebracht, wo Fahrzeuge kundengerecht umgebaut werden. Auf dem Hof steht ein Frontlader, der demnächst zu Testzwecken drei Monate an die Stadt Mannheim geht. „Der ist mit einem Kran hinter dem Führerhaus ausgestattet, der Unterflurbehälter aufnehmen soll. Er hat ein Fassungsvermögen von 31 bis 37 Kubikmeter“, berichtete der Geschäftsführer Lutz Krumnikl.

Im hinteren Teil der Halle stehen Kundenfahrzeuge mit Wiegeeinrichtungen, die bei Schmidt Kommunalfahrzeuge neu geeicht werden.

Es gibt eine Reinigungsstation und einen Test-Behälterpark auf dem Gelände. Dort steht auch ein aktuelles Prachtstück: ein Vier-Achser mit Schlafkabine, der dazu dient, bei bekannten Discounterfilialen PET oder abgelaufene Lebensmittel abzufahren. „Die Beladeeinrichtung hinten für diesen ‚Twin-Track‘ bauen wir selbst“, betonte Krumnikl. In der Halle werden Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen gewartet und repariert. „Die Kehrmaschinen werden inzwischen ganz aus rostfreiem VA-Stahl gebaut“, so der Geschäftsführer. Solche Modelle hat er der Stadt Hamburg für den Elbtunnel verkauft. Die Technik in der Fahrerkabine werde recht einfach gehalten, damit sie leicht zu bedienen ist.

Außerdem werden noch Teile lackiert, Bleche gebogen oder mit einem Plasma-Schneider ganz nach Bedarf des Kunden zugeschnitten. Gebrauchte Fahrzeuge verkauft die Firma meist wieder in Deutschland. Denn oft sind die Laster mit Euro-6-Motor ausgestattet. Diese Norm sei im Nahen Osten oder in Afrika nicht gefragt. Dort würden Euro-3-Motoren bevorzugt. „Wir haben eine breite Basis auf dem Gebrauchtwagenmarkt und wissen aus Erfahrung, was die Leute wollen und brauchen“, betonte Krumnikl.

Besonders gut laufe die Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Für Groß-Rohrheim hat das Unternehmen gerade ein neues Feuerwehrauto geliefert, das demnächst in Dienst gestellt wird. Kunden auf dem Umkreis von rund 50 Kilometer würden im Bedarfsfall schon mal bevorzugt „bedient“, wenn beispielsweise ein Fahrzeug einen Schaden hat. „Die Müllabfuhr muss laufen“, so der Geschäftsführer. Ersatzfahrzeuge habe er immer vorrätig. Zu den Kunden gehören nicht nur große Entsorgungsfirmen, sondern auch mittelständische und kleine Entsorger sowie Kommunen wie Darmstadt oder Pirmasens. Abnehmer kommen von überall auf der Welt, es gebe Verbindungen nach Italien, Schottland und in den arabischen Raum.

Anlass der Werksführung war ein Besuch von Landrat Christian Engelhardt und der Wirtschaftsförderung Bergstraße. An ihrem Thementag besichtigten sie Unternehmen aus der Automobil- und Fahrzeugindustrie, auch Firmen in Viernheim und Mörlenbach. Beim Besuch bei Schmidt Kommunalfahrzeuge stellte sich heraus, dass der ZAKB mit Fahrzeugen eines anderen Anbieters fährt. Engelhardt ist Verbandsvorsitzender des ZAKB. Er sagte: „Das nehm‘ ich mit auf die Agenda für die nächste Sitzung.“

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