Groß-Rohrheim

Handball-Bezirksliga A TV Groß-Rohrheim feiert klaren Sieg über Titel-Mitkonkurrent Tvgg Lorsch

Neue Energie für den Endspurt

Groß-Rohrheim.Nein, Glückwünsche zur Meisterschaft wollte bei den Handballern des TV Groß-Rohrheim noch niemand entgegennehmen. Aber einig war man sich schon darüber, dass der furiose 37:26 (19:18)-Erfolg gegen den einzig verbliebenen Titelkonkurrenten in der Bezirksliga A ein Meilenstein war. „Jetzt haben wir den Titel wieder selbst in der Hand“, meinte Trainer Sascha Holdefehr.

Die Ried-Handballer haben nun 36:6 Punkte auf dem Konto, Lorsch als Zweiter und mit einem weniger ausgetragenen Spiel 33:7 Zähler. Daniel Brendle, Trainer der Klosterstädter, wollte nach der zweiten Partie gegen den TVG, in der seine Mannschaft völlig chancenlos war, den Titel auch noch nicht abschreiben: „Groß-Rohrheim hat noch drei Spiele und nach Minuspunkten liegen wir nur einen Zähler zurück. Es gab schon einige überraschende Ergebnisse – vielleicht stolpert Groß-Rohrheim noch einmal.“ Er wolle mit seiner Mannschaft nun keinen Punkt mehr liegenlassen, sieht aber die Holdefehr-Sieben zurecht ganz oben in der Tabelle: „Wir haben zweimal klar gegen Groß-Rohrheim verloren, da gibt es keine zwei Meinungen.“

Intensives Spiel, aber fair

Vor gut 250 Zuschauern in der proppevollen Bürgerhalle entwickelte sich von Beginn an ein intensiv, aber jederzeit fair geführtes Derby. Die beiden jungen Schiedsrichter aus Eltville im Rheingau machten nach Ansicht beider Trainer „einen richtig guten Job“, so Holdefehr. „Sie hatten eine gute Linie“, fand auch Brendle.

Groß-Rohrheim überraschte die Gästedeckung mit einer Angriffsformation mit drei Kreisläufern, was Lorsch gar nicht schmeckte. Dadurch konnte Brendle nicht die favorisierte 5:1-Abwehr spielen lassen, musste früh taktisch umstellen. „Mit unseren drei körperlich starken Kreisläufern haben wir nicht nur vorne viele Chancen kreiert, sondern auch in der 6:0-Deckung sehr stabil gestanden“, freute sich Holdefehr, dass seine Marschroute aufging.

Über 7:4 setzte sich der TVG auf 11:5 und 13:6 (16.) ab, erst danach fing sich Lorsch und kämpfte sich Tor um Tor bis zum 19:18 zur Pause heran. Bemerkbar machte sich in dieser Phase auch, dass die Klosterstädter Andreas Ochs ab der 22. Minute in Manndeckung genommen hatten. Darauf musste sich Groß-Rohrheim erstmal einstellen.

Dies gelang im zweiten Abschnitt dann glänzend: Beim 22:18 (36.) hatte der TVG wieder Sicherheit und beim 25:19 war der Spitzenreiter auf der Siegerstraße. Ab dem 30:22 durch Alexander Anthes (50.) wurde das Spitzenspiel zu einem Debakel für den Herausforderer, der letztlich eine in dieser Höhe nicht für möglich gehaltene Elf-Tore-Niederlage kassierte. Mit einem Schmunzeln gab Holdefehr im Anschluss zu: „Ich habe am Samstag einen 32:27-Sieg getippt, aber ein Spieler meinte sehr gewagt, wir könnten mit 35:27 gewinnen. Jetzt muss ich sagen, dass mich meine Mannschaft wirklich überrascht hat. So stellt man sich das als Trainer vor“, war der TVG-Coach „natürlich sehr zufrieden“. Ein Sonderlob hatte er für den am Ende 13-fachen Torschützen Andreas Ochs parat: „Er verstand es immer wieder, sich mit Kontern oder nach Freiwürfen durchzusetzen.“ Auch Sebastian Haas „spielte richtig klasse und Jonas Ehlert hatte von Außen bei seinen sieben Treffern keinen einzigen Fehlversuch“, sah Holdefehr „eine tolle Leistung“.

Maßgeblichen Anteil hatte auch Torhüter Alexander Wägerle. „Unser Torwarttrainer Thomas Fox hat ihn ganz ausgezeichnet eingestellt, was man besonders bei den Würfen von Außen gemerkt hat“, musste der TVG-Trainer nur drei Gegentreffer von dort notieren. „Jetzt gilt es, die letzten drei Rundenspiele zu gewinnen, dann sind wir durch“, hofft Holdefehr, dass dieser Sieg noch einmal die nötige Energie für den Saisonendspurt in Richtung Titel freisetzt.

TVG-Tore: Ochs (13/1), Sebastian Haas (9), Ehlert (7), Olf (3), Till Haas (2), Winter, Anthes, Kohl (je 1).

Tvgg-Tore: Kächner (10/5), Krieger (6/1), Müller (5), Schwöbel, Wiegand (je 2), Kraft (1). me

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