Groß-Rohrheim

Solar-Projekt verbraucht nur landwirtschaftliche Fläche

Archivartikel

Zum Bericht „Energieried brennt für Solar-Projekt“:

Es ist anzumerken, dass nicht die erwähnten 6,5 Prozent der Lampertheimer und Bürstädter Bürger mit Strom aus Solarenergie versorgt werden können. Nachts, an trüben Tagen und im Winter kommt der Strom aus der Steckdose. In unserer Region ist das dann hauptsächlich Atomstrom aus Frankreich und Kohlestrom von den Steinkohlekraftwerken in Mannheim.

Was in diesem Zusammenhang noch erwähnenswert ist, dass es um die Mittagszeit im Frühjahr und Sommer eine Überproduktion von Solarstrom gibt. Dieser zu viel erzeugte Strom wird mit negativen Preisen im Ausland verkauft. Der Verdienst von Energieried und anderen Solarstromerzeugern kommt durch das (EEG) Erneuerbaren-Energie-Gesetz. Dieses legt fest, dass die Differenz vom Marktpreis zu einem garantierten Verkaufspreis vom Stromkunden und Verbraucher zu bezahlen ist.

Es wird also Strom erzeugt, der nicht benötigt wird, und das Ganze wird dem Stromkunden in Rechnung gestellt. Mit diesem Geschäftsmodell verdienen Energieunternehmen Geld zu Lasten von allen Stromkunden. Von Energieried kommt der Antrag für den Bau und Betrieb der Solaranlage eine Gesellschaft zu gründen, die das Projekt umsetzt. Warum dafür eine neue Gesellschaft zusammen mit Entega und der GGEW benötigt wird, ist mir unklar. Was mich stört, ist der Bau auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche. Der Bauernverband hat sich zu Recht gegen das Projekt ausgesprochen. Der Flächenverbrauch in unserer Region muss reduziert werden. Die zuständigen Gremien sollten vor allem wegen des immensen Flächenverbrauches im Ried der Aufstellung von Photovoltaikmodulen nicht zustimmen.

Klimaschutz muss man ernst nehmen, zum Beispiel durch Energieeinsparung oder Wärmedämmung. Photovoltaik hilft dem Klima nur dann, wenn der zu viel erzeugte Strom gespeichert und vor Ort verbraucht wird.

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