Groß-Rohrheim

Handball-Landesliga Groß-Rohrheim verspielt in Büttelborn einen 17:12-Vorsprung und kassiert eine ganz bittere Niederlage

Tiefschlag in der Schlusssekunde

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Die Luft für den TV Groß-Rohrheim in der Handball-Landesliga wird immer dünner: Auch im Kellerduell beim bis dato punktgleichen TV Büttelborn konnte das Team von Trainer Sascha Holdefehr keine Zähler mitnehmen. Besonders bitter: Die Groß-Rohrheimer waren über weite Strecken tonangebend, führten deutlich, aber in der Schlussphase ging dem Team die Kraft aus. Und das nötige Glück fehlte auch noch: Mit einem verwandelten Strafwurf nach der Schlusssirene gewann Büttelborn mit 30:29 (12:17).

„Das tut schon weh“, gibt TVG-Trainer Holdefehr zu. „Wenn man so deutlich führt und ein wirklich gutes Spiel macht und dann in der Schlussphase so bitter verliert.“ Und das schon zum zweiten Mal binnen acht Tagen. Zur Erinnerung: Schon eine Woche zuvor hatte der Tabellenvorletzte den ungeschlagenen Spitzenreiter Hanau am Rande einer Niederlage, unterlag dann aber doch mit 32:33.

Entsprechend wird Holdefehr in dieser Woche viel Aufbauarbeit leisten müssen, ehe am nächsten Sonntag der Tabellendritte TV Gelnhausen in die Bürgerhalle kommt. „Wir haben gezeigt, dass wir uns vor keinem Gegner verstecken müssen. Aber wir müssen uns jetzt endlich auch einmal belohnen“, so der TVG-Trainer.

In Büttelborn begann der Gast stark, stand in der Deckung vor dem glänzend aufgelegten David Wägerle im Tor sicher. Über 3:0 und 6:2 setzte sich Groß-Rohrheim trotz zwischenzeitlicher doppelter Unterzahl auf 11:4 (19.) ab. „Das war eine hervorragende Phase von uns. Wir haben in der Abwehr nichts anbrennen lassen, Büttelborn fand kaum ein Mittel“, lobte Holdefehr. Über 13:7 legte der Aufsteiger bis zum 17:12 zur Pause einen sichere Führung vor.

Wer in der zweiten Hälfte ein Aufbäumen des TVB erwartet hatte, wurde erst einmal enttäuscht: Büttelborn mühte sich, aber Groß-Rohrheim hatte mit seiner aggressiven Deckung die besseren Mittel parat. „Wir haben aggressiv gedeckt und vorne auch weiterhin gute Lösungen gefunden“, sagte Holdefehr. Erst nach dem 23:17 durch Ryan Haas (41.) geriet das TVG-Spiel ins Stocken. „Man hat gemerkt, dass Büttelborn die besseren Alternativen hatte. Bei uns ließen die Kräfte nach und das haben die Gastgeber eiskalt ausgenutzt“, musste Holdefehr erkennen.

Die Führung schmilzt schnell

Über 25:21 und 27:24 (51.) schmolz die Führung bis zum 28:27 vier Minuten vor dem Ende. Als dann auch noch Niklas Fries und Alexander Anthes in kurzer Folge Zeitstrafen kassierte, war es geschehen: Büttelborn konterte zur eigenen 29:28-Führung. Andreas Ochs egalisierte 41 Sekunden vor der Schlusssirene noch einmal zum 29:29, aber die letzte Aktion der Partie besiegelte die extrem bittere Niederlage und das auch noch umstritten: Auf Rechtsaußen berührte Oliver Sziebert seinen Gegenspieler beim Wurf. Er stand dabei weder im Sechsmeterraum noch war es ein hartes Einsteigen. „Man hätte diesen Siebenmeter nicht geben müssen“, ärgerte sich Holdefehr über die fragwürdige Entscheidung. Büttelborns Marc Vögele trat nach dem Ertönen der Schlusssirene zum Strafwurf an und ließ David Wägerle im TVG-Tor keine Chance.

In der Suche nach der Ursache für die Niederlage zeigte sich Holdefehr durchaus selbstkritisch: „Vielleicht hätte ich früher durchwechseln und unseren Leistungsträgern Verschnaufpausen geben müssen. Aber umgekehrt hatten wir einen Lauf, den ich auch nur ungern unterbinden wollte. Unterm Strich war es einfach der dünnere Kader gegenüber Büttelborn der den Ausschlag gegeben hat“, bilanzierte der enttäuschte Trainer nach der ganz bitteren Niederlage nach einer über weite Strecken überzeugenden Leistung..

TVG-Tore: Ochs (11/5), Till Haas (6), Fries (4), Olf (3), Sziebert, Anthes (je 2), Ryan Haas (1). me

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