Groß-Rohrheim

Handball TV Groß-Rohrheim sieht sich nach dem Landesliga-Abstieg für die Zukunft gut aufgestellt

Trainersuche hat oberste Priorität

Groß-Rohrheim.Es war ein furioser Höhenflug, den die Handballer des TV Groß-Rohrheim in den vergangenen Jahren hinlegten: Nach der Meisterschaft in der Bezirksliga A schaffte das Team von Trainer Sascha Holdefehr den Durchmarsch durch die Bezirksoberliga und stieg wiederum als Meister in die Landesliga auf. Doch jetzt der Dämpfer: Als Vorletzter in der wegen der Corona-Krise vonseiten des Hessischen Handball-Verbands (HHV) vorzeitig beendeten Saison müssen die Groß-Rohrheimer wieder zurück in die Bezirksoberliga.

Zu allem Überfluss steht der TVG nun auch noch ohne Trainer und Torjäger da: Sascha Holdefehr hatte schon vor Weihnachten bekanntgegeben, dass er in der nächsten Runde nicht mehr zur Verfügung steht und Andreas Ochs, mit 206 Treffern und damit satten 34 Toren Vorsprung Torschützenkönig der Landesliga, wird seine Laufbahn beenden.

Dennoch sieht Groß-Rohrheims Abteilungsleiter Hans-Peter Erlemann das Team auch für die Zukunft gut aufgestellt: „Die Entwicklung einer neuen Spielphilosophie wird eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Trainers sein“, erläutert der Diplom-Psychologe und Unternehmensberater. „Natürlich wiegt es schwer, dass mit Andreas Ochs der überragende Spieler der letzten Jahre nicht mehr dabei sein wird. Aber wir haben auch ohne ihn eine sehr gut aufgestellte Mannschaft.“ Dabei sieht Erlemann nicht nur die Bezirksoberliga als machbare Aufgabe an, „auch in der Landesliga wären wir mit diesem Kader konkurrenzfähig“. Dann schiebt er allerdings nach: „Wenn alle gesund bleiben.“

Damit spricht der Abteilungsleiter das große Problem der abgelaufenen Saison an: Schon früh fielen mit Lukas Baumann und Sebastian Haas zwei absolute Leistungsträger aus. „Das war leider kaum zu kompensieren“, so Erlemann.

Unmut über HHV-Entscheidung

Umso ärgerlich findet er nun, dass die Saison durch den HHV vorzeitig beendet wurde und nicht einmal die Möglichkeit einer Fortsetzung in Betracht gezogen wird. „In allen anderen Landesverbänden wurde der Spielbetrieb erst einmal ausgesetzt. Da bin ich gespannt, wie die Entscheidungen ausfallen werden. Was in Hessen gemacht wurde, finde ich nicht gut. Das hat etwas von Willkür“, findet der Abteilungsleiter, der einige andere Möglichkeiten gesehen hätte.

Nicht nur, weil sein Verein davon profitiert hätte, wäre für ihn eine Reglung nur mit Auf- aber ohne Absteiger interessant gewesen. „Dafür hätte man dann im nächsten Jahr einen vermehrten Abstieg einführen können“, so die Gedankenspiele Erlemanns, der auf alle Fälle eine einheitliche Linie der Landesverbände präferiert hätte: „Gerade hier bei uns im Drei-Länder-Eck zwischen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen ist es doch schwer nachvollziehbar, dass jeder eine andere Regelung anwendet.“

Ob seine Landesliga-Handballer den Klassenerhalt ohne den Saisonabbruch noch geschafft hätten, will Hans-Peter Erlemann nicht bewerten. Fakt ist aber: „Es waren noch zwölf Punkte zu vergeben und von den sechs Spielen wären noch vier zu Hause in unserer Bürgerhalle gewesen. Wenn man sich anschaut, dass wir 90 Prozent unserer Punkte zu Hause geholt haben, und das gerade in den letzten Wochen wieder die lange Verletzten Sebastian Haas und Lukas Baumann wieder zurückkehrten, dann wäre es sicherlich nicht ganz ausgeschlossen gewesen, da hinten noch raus zu kommen“, rechnet der Abteilungsleiter vor.

Gespräche laufen

Aktuell ruht natürlich auch beim TVG der komplette Trainingsbetrieb, aber die Planungen für die nächste Spielzeit laufen. Oberste Priorität hat hier die Suche nach einem neuen Trainer. „Die Gespräche laufen, aber noch ist nichts final entschieden“, erklärt Erlemann, der die Trainingspause hierbei nicht als großen Nachteil ansieht: „Die Trainer, die in Frage kommen, kennen die Mannschaft und wir müssen uns letztlich bei der Verpflichtung ein großes Stück weit auf unser Fingerspitzengefühl verlassen“, so der Abteilungsleiter. „An Hand eines einzelnen Probetrainings kann man auch nicht immer wissen, ob man mit einem Kandidaten richtig liegt. Das wird immer erst die Zeit zeigen.“ me

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