Groß-Rohrheim

Kirche Der stellvertretende Dekan Karl Hans Geil präsentiert in Groß-Rohrheim sechs edle Tropfen und ihre Geschichte

Weine aus mehreren Klöstern verkostet

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Es ist eigentlich eine Kuriosität, doch die Synthese von Wein und Christentum birgt eine uralte Tradition. Verdammt war, „was trunken macht“, doch der Wein war hier eine Ausnahme und spielte in vielen Religionen eine wichtige Rolle. Passend hierzu lautete das Motto der Weinprobe des Fördervereins zum Erhalt der evangelischen Kirche Groß-Rohrheim „Klöster und Wein“. Als fachkundiger und charmanter Weinkenner begleitete der stellvertretende Dekan Karl Hans Geil die 65 Gäste.

In der Bibel gibt es viele Passagen und Vergleiche zum Thema Wein. Sei es „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben“ oder „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner“ aus dem Johannes-Evangelium. Hierbei wird der Weinhändler assoziiert mit Gott, der Weinberg wird zu Gottes Volk. Geil erinnerte auch an Noah, der nach der Sintflut einen Altar baute und einen Weinberg anpflanzte. Der zentrale Glaubenspunkt in der römisch-katholischen Kirche, die Umwandlung von Wein in Christi Blut, führte früh zu einer Weinkultur, bei dem der Messwein eine besondere Stellung einnahm. Hier zitierte Geil ein „Reinheitsgebot“ für den Messwein, der dessen Qualität und Bedeutung festlegte. Dadurch widmeten sich viele Klöster dem Weinanbau und der Weinzubereitung.

„Denken wir nur an den Rheingau, da gibt es das Kloster Eberbach, das Kloster der Hildegard von Bingen und viele mehr. Die Bistümer Mainz und Limburg haben große Rebflächen im Rheingau“, ergänzte Rosemarie Krauß, Vorsitzende des Fördervereins. Sie freute sich, dass Karl Hans Geil zum dritten Mal für den Förderverein eine Weinprobe gestaltete. Geil stammt selbst aus einer Winzerfamilie und ist daher von Kindesbeinen an mit dem Wein verbunden.

Geil hatte acht Weine ausgesucht. Eine Besonderheit stellte der „2015er Weißer Heunisch, QbA trocken“ vom Kloster Pforta dar. Dieses Kloster legt seinen Schwerpunkt auf alte Rebstöcke. Nach diesem Einstieg folgte ein „2015er Zeller Schloßberg, alter fränkischer Satz trocken“. Hierbei handelt es sich um einen Wein von einem historischen Weinberg. Zwei weitere Weine stammten vom Kloster Jakobsberg aus Ockenheim. Das dortige Kloster wurde von Trappistenmönchen des Zisterzienserordens gegründet. So gab es noch einen Überblick zur Geschichte der Zisterzienser. Zwei andere Weine waren der Abtei Eibinger St. Hildegard zugewiesen. Die Wurzel dieses Klosterweingutes reichen bis ins Mittelalter zurück, in die Zeit der Gründeräbtissin Hildegard von Bingen. Schon damals betrieben die Schwestern Weinbau, welche bis heute fortgeführt wird. Im Anschluss gab es nochmals zwei Weine vom Kloster Jakobsberg. Dabei ging Geil auf die Bedeutung der Klöster im Mittelalter ein. str

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