Kommentar

Angebot erhalten

Karin Urich zum Freizeitkicker-gelände

Das Freizeitkickergelände bewegt die Gemüter in Bürstädter. Für die einen ist es eine Fläche, „auf der wir vor 20 Jahren ein bisschen Gras ausgesät haben“, wie Alexander Bauer (CDU) es formuliert. Für die anderen ist es ein Treffpunkt, eine Möglichkeit, sich frei zu bewegen, Sport auf niedrigschwelligem Niveau zu treiben oder einfach nur Drachen steigen zu lassen, wie es Anastasia Möller vom Jugendrat schildert. Gerade dieses Gremium hat sich in den vergangenen Jahren verdient gemacht um das Gelände. Das zeigt auch die großen Akzeptanz, die Skater- und Basketballplatz finden. Der Jugendrat kann sich mit dem Gedanken anfreunden, diese beiden Publikumsmagnete auf den Bildungs- und Sportcampus zu verlegen. Schließlich gibt es dort auch Beleuchtung und Toiletten – Dinge, um die das Gremium für das Freizeitkickergelände lange vergeblich gekämpft hat. Alexander Bauer argumentiert, dass die Stadt 17 Millionen Euro investiert und sich die Jugend dann auch auf dem Bildungs- und Sportcampus treffen soll. Doch Jugendliche wollen nicht immer dort hin, wo es die Politik gern hätte. Deshalb will auch der Jugendrat das Freizeitkickergelände nicht komplett aufgeben. Eine ganze Generation hat das Angebot schätzen gelernt, ohne Regeln und Aufsicht zusammenzukommen und sich zu bewegen. Neben den Jugendlichen sind das auch viele Familien. Sie nun mit einer neuen, noch anzulegenden Grünfläche südlich der Gartenstraße – am anderen Ende der Stadt – trösten zu wollen, hilft nur bedingt über den Verlust von Gewohntem und Geliebtem hinweg. Das sollten sich CDU und FDP bewusst machen. Auch wenn sie (noch) die Mehrheit haben, sollten sie die Nutzer des Geländes mitnehmen und nicht außen vor lassen. Sonst erhalten sie bei der Kommunalwahl womöglich die Quittung.

 
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