Kommentar

Bürgersinn gestärkt

Archivartikel

Uwe Rauschelbach über die Bürgerkammern in den Stadtteilen

Die Bürgerkammern haben in den beiden Lampertheimer Stadtteilen Rosengarten und Neuschloß in mehrfacher Hinsicht positiv gewirkt. Dank dieser Gremien konnten Themen, die die Stadtteile betrafen, öffentlich und gegenüber der Lampertheimer Verwaltung zur Sprache gebracht werden. Gerade am Beispiel Neuschloß lässt sich aber sowohl die Wirksamkeit eines solchen bürgerschaftlichen Gremiums als auch seine Begrenztheit nachweisen. Zwar konnten in Gesprächen mit der Stadtverwaltung Lösungen für die Vollsperrung der L 3110 gefunden werden. Der Landesbetrieb Hessen Mobil ließ sich von einer Bürgerkammer aber nicht in die Gespräche einbinden; gegenüber einem Ortsbeirat hätte die Behörde so nicht kneifen können.

Von höherem Gewicht dürfte jedoch die erweiterte Teilhabe in beiden Stadtteilen sein. Bürgerschaftliches Engagement regte sich auf einmal dort, wo man es zuvor nicht vermutet hätte. Mit der Bildung von Bürgerkammer- beziehungsweise Wählerlisten sollen die positiven Erfahrungen in den neuen Ortsbeiräten wirksam werden. Damit erhält bürgerschaftliches Engagement eine politische Plattform – ohne Akzeptanzverlust und ohne sich parteilich festlegen zu lassen. Der Bürgersinn scheint sich obendrein in beiden Stadtteilen stärker ausgeprägt zu haben – ob dies auch ein Ortsbeirat bewirkt hätte, ist zumindest fraglich.

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