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Archivartikel

Uwe Rauschelbach über die Prognosen für das Hallenbad

Rückblickend betrachtet, mag man dem Geschäftsführer der Biedensand-Bäder, Jens Klingler, recht geben. Vor 14 Jahren ist die SPD in der Tat für einen Neubau des Hallenbades eingetreten. Das Investitionsvolumen hatte sie seinerzeit mit mindestens sechs Millionen Euro kalkuliert. Teilfinanziert werden sollte das Projekt über den Verkauf von Anteilen der Stadtwerke an den Bensheimer Versorger GGEW. Doch die SPD befand sich damals in der Opposition. Obendrein war die Stimmung nicht nach einem Neubau; in der eher zum Sparen neigenden Bevölkerung stieß der SPD-Vorschlag auf wenig Gegenliebe. Die parlamentarische Diskussion kreiste überdies nicht nur um Neubau und Sanierung, sondern auch um ein vielfach teureres Spaßbad. Das ging den bodenständigen Lampertheimern zu weit. Zumal Lampertheim unter der finanziellen Bürde der Altlastensanierung ächzte. Kurz darauf brach auch noch die Staatsfinanzkrise aus.

Jens Klinglers Vorgänger als Geschäftsführer der Biedensand-Bäder, Ulrich Vonderheid, hatte 2007 ein Sanierungskonzept für das Hallenbad in einem Umfang von 300 000 Euro vorgelegt. Es sollte den Erhalt der Einrichtung um weitere 15 bis 20 Jahre sichern. Hätten sich seine Prognosen doch bloß bewahrheitet; dann müsste sein Nachfolger heute nicht mit dem Schicksal hadern, als Erster Stadtrat etwas verantworten zu müssen, was er als Politiker abgelehnt hatte. Allerdings: Vonderheids damaliges Sanierungskonzept wirkt gegenüber den aktuellen Maßnahmen wie eine Schönheitsreparatur. Deshalb stimmt Klinglers eigene Prognose, nach der aktuellen Sanierung werde das Hallenbad „voraussichtlich“ für weitere 20 Jahre betrieben werden können, durchaus nicht pessimistisch. So richtig optimistisch freilich auch nicht.

 
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