Kommentar

Gemeinsam gärtnern

Uwe Rauschelbach über neue Formen der Stadtbegrünung

Mal schnell im Vorübergehen eine Tomate pflücken und auf dem Nachhauseweg noch einen Salat fürs Abendessen mitnehmen – städtischer Gartenbau macht’s möglich. Mit diesem in größeren Kommunen längst erprobten Modell lassen sich darüber hinaus ökologisch sinnvolle Ziele miteinander verknüpfen: kahle Flächen werden begrünt, für Bienen und Insekten gibt es neue Lebensräume und Nahrungsquellen, die biologische Artenvielfalt wird erhöht. Daneben leistet „Urban Gardening“ einen pädagogischen Effekt: Es bringt Menschen, die Obst und Gemüse nur in verpacktem Zustand aus dem Supermarktregal kennen, unsere Nahrungsmittel in ihrem ursprünglichen Zustand näher.

Damit erfährt der traditionelle Schrebergarten auch in Lampertheim eine nützliche Ergänzung. Ausbaufähig ist das urbane Gärtnern obendrein durch interkulturelle Gärten mit ihren integrativen Begegnungsräumen oder Gemeinschaftsgärten, die von den Bewohnern selber angelegt und bepflanzt werden. Im Grunde genommen erfüllt das städtische Gärtnern denn auch seinen eigentlichen Zweck erst dann, wenn es gegenüber den Bürgern nicht nur als Möglichkeit der Selbstbedienung, sondern als gemeinschaftliche Aufgabe wahrgenommen wird – zu der dann auch, neben der rücksichtsvollen Inanspruchnahme, das Hegen und Pflegen solcher Anlagen gehört.

 
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