Kommentar

Grüne Kante zeigen

Martin Schulte zur Situation der Grünen in Bürstadt

Die Grünen in Bürstadt sind ein vergleichsweise kleiner Ortsverein. Insgesamt zwölf Mitglieder und vier Sitze in der Stadtverordnetenversammlung reichen nicht unbedingt aus als Basis einer durchsetzungsstarken Opposition. Das will bei der Beurteilung der Arbeit der freiwilligen Akteure bedacht sein. Eine begrenzte Stärke in der Zahl der Köpfe ist das eine. Deren Meinungsstärke das andere.

Diesbezüglich erschienen die Grünen in den Sitzungen der parlamentarischen Gremien wenig zupackend. Das mag einerseits der Doppelbelastung geschuldet gewesen sein, Fraktion und Ortsverein in Personalunion zu stemmen. Andererseits ließ die Fraktion um ihren Vorsitzenden Uwe Metzner selbst bei Steilvorlagen mitunter eine grüne Linie vermissen.

Stichwort Neubaugebiete. Die Grünen haben alle Vorhaben mitgetragen – um beim vorerst letzten, dem Langgewann in Bobstadt, plötzlich Sturm zu laufen und ein Bürgerbegehren dagegen in Gang zu setzen. Dass ausgerechnet Uwe Metzner, der am Rand des Gebiets wohnt, diese Initiative ergriffen hat, kostet ihn bis heute Vertrauen. Und wenn er bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag ohne Not gegen die CDU mosert, diese könne ja nur Äcker zubauen, macht er sich weiter unglaubwürdig. Seine Hand zählte stets zu den Ja-Stimmen.

Es macht zuversichtlich, dass die Grünen Zulauf bekommen, auch wenn der sehr überschaubar ist. Wie die beiden neuen Vorstände zu Verstehen geben, wissen sie, wo der Hebel anzusetzen ist: Uwe Koch und Klaus Alfoeldi wollen mehr Dynamik und mehr Grün. Als Regulativ der Vormacht von CDU und FDP im Stadtparlament, vor dem Hintergrund des wuchernden Rechtspopulismus sowie riesiger ökologischer Herausforderungen braucht es eine klare grüne Kante in Bürstadt.

Die Partei, die nach dieser Farbe benannt ist, sollte sie auch zeigen.

 
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional