Kommentar

Hoffen auf den Tunnel

Uwe Rauschelbach über die bevorstehende ICE-Entscheidung

Kommt die Zerschneidung des Lampertheimer Waldes? Oder wird die ICE-Trasse in einen Tunnel gelegt? Oder ganz anders: Geht die Bahn auf die Forderungen der Region nach einer Konsenstrasse ein? Eine Tunnellösung hätte für die Bahn den Vorteil, den Mannheimer Hauptbahnhof ohne Zeitverlust ansteuern zu können. Der Nachteil: die hohen Kosten. Keine Frage: Für die Region wäre ein Tunnel die Ideallösung. Deshalb hat sich das Positionspapier des Verbandes Rhein-Neckar auch nicht auf die Konsenstrasse versteift.

Dies wäre vor Jahren noch ein Versäumnis gewesen; doch inzwischen kann man davon ausgehen, dass der gewachsene Widerstand der Bevölkerung und die Klagebereitschaft von Naturschützern und Landwirten gegenüber Großprojekten dieser Art – ob bei Windrädern, Umgehungsstraßen oder Stromtrassen – bei der Bahn durchaus Wirkung zeigt. Auch im Fall der geplanten ICE-Trasse. Eine Tunnellösung erscheint vor diesem Hintergrund wenn auch nicht wahrscheinlich, so doch zumindest nicht mehr ganz utopisch. Dennoch ist die Waldzerschneidung keinesfalls vom Tisch. Obendrein wächst die Sorge um die zunehmende Nutzung der Bestands-trassen durch Güterverkehr. Von der Frage, wie der Öffentliche Nahverkehr im Zusammenhang mit dem geplanten S-Bahn-Netz realisiert werden soll, ganz zu schweigen.

Mag dem 6. Dezember auch einige Bedeutung zukommen, so wird an diesem Tag voraussichtlich noch nicht das letzte Wort in Sachen ICE-Trasse gesprochen werden.

 
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