Kommentar

Kahlschlag im Rathaus

Uwe Rauschelbach über die Personallücken in der Verwaltung

Fluktuationen sind für eine Stadtverwaltung – wie für jedes andere Unternehmen auch – eine übliche Begleiterscheinung. Doch die Häufung der Abgänge aus dem Lampertheimer Bau-Fachbereich ist ungewöhnlich. Mögen bei Kündigungen durchaus auch private und familiäre Gründe eine Rolle spielen oder ein anderer Arbeitgeber attraktivere Konditionen bieten können, so hinterlässt das lückenhafte Personaltableau im Bauamt den Eindruck eines Kahlschlags.

Dass in der Lampertheimer Verwaltung die Abstimmungsprozesse zwischen der Verwaltungsspitze und den einzelnen Fachbereichen nicht reibungslos verlaufen und die Stimmung unter den Mitarbeitern im Rathaus nicht die allerbeste zu sein scheint, ist kein Szenario, das der Fantasie des Kommentators entspringt. Auch die Personal- und Arbeitsplatzoffensive, die der fürs Personalmanagement zuständige Fachbereichsleiter Timo Jordan bei seinem Amtsantritt angekündigt hatte, lässt die erwünschten Effekte offensichtlich vermissen.

Die drohenden Konsequenzen wiegen freilich schwerer. In einer Phase, in der die Stadtentwicklung Projekte auf den Weg bringen muss, will sie nicht der staatlichen Fördergelder verlustig gehen, fehlt nun die administrative Basis. Hierdurch könnten der Stadtumbau, aber auch so wichtige Maßnahmen wie die Erschließung des Gleisdreiecks ins Stocken geraten. Obendrein zeigt sich in den unterschiedlichen Auffassungen über die Zukunft des Stadtmarketings zwischen Bürgermeister und Politik ein Dissens, der zum Konflikt ausufern könnte. Viel Zündstoff also für die zweite Amtszeit von Gottfried Störmer.

 
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