Kommentar

Keine echte Alternative

Archivartikel

Uwe Rauschelbach über die E-Mobilität im Nahverkehr

Mit der Elektromobilität in die schöne neue Welt? Verkehrs- und Energieexperten haben da so ihre Zweifel. Rohstoffverbrauch, Ladekapazität, Infrastruktur und nicht zuletzt die Frage: Wo kommt der Strom für das E-Auto überhaupt her? rechtfertigen Zweifel an einer Technologie, auf die das Regierungshandeln hierzulande freilich mit beinahe ignorant wirkender Einseitigkeit setzt. Andere Technologien – etwa der Wasserstoffantrieb, Erdgas oder auch die Verbesserung des Dieselmotors – kommen angesichts dieser politischen Voreingenommenheit unter die Räder.

Dies lässt sich auf kommunaler Ebene nicht korrigieren. Deshalb müssen auch die Lampertheimer Entscheidungsträger in nicht allzu ferner Zeit sagen, in welche Richtung sie den städtischen Nahverkehr laufen lassen wollen. Wobei schon die schiere Alternativlosigkeit angesichts zweier Optionen, die keine sind, kaum Entscheidungsfreiheiten bietet. Denn wo liegt in der Wahl, eine bald ausrangierte Technik weiterzubetreiben oder der E-Mobilität als erklärter Zukunftstechnologie, schon eine echte Alternative?

Vor diesem Hintergrund steht die Kommunalpolitik vor schwerwiegenden Beschlüssen. Sie muss die Infrastruktur für eine Technologie bereitstellen, für die sich die Bundespolitik entschieden hat, von der aber noch keiner weiß, ob sie sich im realen Praxisbetrieb unter kollektiven Bedingungen bewährt. Der Probebetrieb eines E-Busses im Lampertheimer Stadtverkehr wird auf diese Fragen auch nur marginal Antworten liefern.

 
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