Kommentar

Nicht die letzte Geige spielen

Archivartikel

Uwe Rauschelbach über Spielräume, die Musik jetzt braucht

Auch die Lampertheimer Musiker-Initiative (MIL) nutzt nun die digitalen Medien, um wieder in Kontakt mit ihrem Publikum zu kommen. Wie dankbar muss man für diese technischen Errungenschaften sein; dennoch sollten sich die Verantwortungsträger in Politik und Verwaltung nicht darauf ausruhen. So wenig der Online-Unterricht in Musikschulen die persönliche Begegnung zwischen Schüler und Lehrer ersetzen kann, so wenig taugt die virtuelle Bühne als adäquates Betätigungsfeld für Musiktreibende. Vieles mag man in diesen Zeiten im Homeoffice erledigen können – das Erleben von Musik lässt sich nur unter den Bedingungen der physischen Präsenz von Musikern und Publikum realisieren.

Je nachdem, zu welchen weiteren Lockerungen es auf Bundes- und Länderebene nun kommen wird, so sollte die Musik dabei nicht die letzte Geige spielen. Ihre kulturelle Bedeutung korrespondiert mit der sozialen Funktion, die sie für das Zusammenleben von Menschen hat. Ihr Stellenwert in einer von Einschränkungen und Maßregelungen geprägten Zeit kann dabei gar nicht überschätzt werden. Mit Blick auf die schwierige Situation von Musikern, die von ihrem schönen Beruf leben, aber auch hinsichtlich der gesellschaftlichen Bindewirkung von Musik sollte auch die Lampertheimer Verwaltung überprüfen, wo den Akteuren der Musiker-Initiative neue Spielräume gewährt werden können.

 
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