Kommentar

Nicht gut gelaufen

Archivartikel

Uwe Rauschelbach über die Entscheidung für das Testzentrum

Die Entscheidung, den Standort des Corona-Testzentrums von Heppenheim nach Hofheim zu verlagern, ist nicht gut gelaufen. Sowohl die Stadtverwaltung als auch der Hofheimer Ortsbeirat haben darüber in den Medien erfahren. Das ist, gerade mit Blick auf die seit Monaten hohen Infektionszahlen in Lampertheim, nicht nachzuvollziehen. Auch die Ärzteschaft war in den bisherigen Entscheidungsprozess offenbar nicht eingebunden. Verständlich der Ärger – und nicht überraschend die Aufregung, die in den „sozialen“ Medien aufschäumt. Genau dies hätte verhindert werden müssen: dass nun Ängste vor einem Test-Tourismus durch potenziell Corona-Infizierte wuchern. Solche Emotionen ließen sich mit sachlichen Informationen verhindern.

Daran müssen nun nachträglich alle Kräfte arbeiten. Das lässt sich aber nicht „von oben“ verordnen. Hier müssen sich Kreis und Kassenärztliche Vereinigung mit der Ärzteschaft, der Stadtverwaltung und dem Hofheimer Ortsbeirat an einen Tisch setzen und eine Strategie entwickeln, wie die Testungen so koordiniert werden können, dass darunter nicht ein ganzer Stadtteil leidet. Dass die Alternative – das „Kaufland“-Gebäude in Rosengarten – noch ernsthaft ins Spiel kommen könnte, scheint mit Blick auf den damit verbundenen höheren Aufwand eigentlich ausgeschlossen. Es sei denn, KV und Kreis haben sich nicht schon stillschweigend darauf verständigt. Überraschungen inklusive.

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