Kommentar

Nicht ohne Verluste

Archivartikel

Uwe Rauschelbach über den Streit um die B 47-Umfahrung

Beide Seiten sehen in diesem Verfahren die Vorteile jeweils auf ihrer Seite. Mit der Ablehnung der Beweispflichtanträge durch den Verwaltungsgerichtshof Kassel sei das Planfeststellungsverfahren für den Bau einer Südumgehung bei Rosengarten bestätigt worden, meint der Sprecher der Aktionsgemeinschaft Ortsumgehung Rosengarten, Manfred Leiner. Der Rechtsanwalt der Landwirte, Matthias Möller-Meinecke, ist gleichwohl überzeugt: Das Gericht habe die existenzbedrohende Wirkung einer Umgehungsstraße auf die landwirtschaftlichen Betriebe gewürdigt. Diese Würdigung sei mit der Ablehnung der Beweispflichtanträge nicht konterkariert worden.

So sehen beide Seiten siegesgewiss der Urteilsverkündung am 5. Dezember entgegen. Doch nur eine von beiden kann gewinnen. Welche das sein wird, lässt sich an dieser Stelle kaum abschätzen. Wird der Planfeststellungsbeschluss aufgehoben? Bekommen die Landwirte ihre Troglösung? Oder bleibt der Planfeststellungsbeschluss bestehen mit der Folge, dass die Südumgehung wie geplant realisiert wird? Die Situation ist komplex; denn die Vernichtung von Ackergelände wiegt schwer – ebenso aber der Verlust an Wohn- und Lebensqualität entlang der viel befahrenen Bundesstraße. Ob ein schmaler Trog wirklich eine Lösung wäre, steht zudem infrage. Sollte Hessen bei der Verkehrszählung auch zu hoch liegen, so ist doch auch in den kommenden Jahren mit weiter steigenden Verkehrszahlen zu rechnen, vor allem mit Blick auf den vierspurigen Ausbau der Verbindung zwischen zwei Wirtschaftsregionen. Ein Trog würde obendrein die Zweiteilung des Stadtteils manifestieren.

Deshalb ist im Moment nur so viel klar: Eine Lösung für Rosengarten wird nicht ohne Verluste zu haben sein. Schwer wiegen sie alle. Jeder Richter wird in dieser Angelegenheit über salomonische Fähigkeiten verfügen müssen.

 
Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional