Kommentar

Sache des Vertrauens

Archivartikel

Karin Urich zur Idee eines Vereins für Marketing

Es kann nicht die Aufgabe einer Stadtverwaltung sein, Feste zu organisieren und zu finanzieren. Damit hat Bürgermeisterin Bärbel Schader Recht. Allein über ehrenamtliches Engagement lassen sich ein Stadtfest, eine Kerwe oder ein Frühjahrsmarkt aber auch nicht mehr stemmen.

Dies liegt zum einen an der schwindenden Zahl von Akteuren, aber auch an den wachsenden Anforderungen in Sachen Sicherheit und Auflagen. Das lässt sich von Laien kaum noch überblicken und über einfache Spenden auch nicht mehr bezahlen. Deshalb ist es nur folgerichtig, eine gewisse Professionalisierung anzustreben, langfristig Sponsoren zu gewinnen, Fachleute mit einzubeziehen und Sachverstand gegebenenfalls auch mal einzukaufen, wie dies beispielsweise beim großen Stadtjubiläum vor einem Jahr geschehen ist. Daraus will die Bürgermeisterin nun auch Lehren für die wiederkehrenden Feste ziehen.

Wenn ein Verein tatsächlich Kräfte bündelt, Synergien hebt und neuen Ideen eine Chance gibt, ist das Projekt sinnvoll. Allerdings lebt es auch vom Miteinander und von gegenseitigem Vertrauen. Die Akteure müssen an einem Strang ziehen, bereit sein, neu zu denken und Altbewährtes auf den Prüfstand zu stellen.

Die Verwaltung muss aber auch zu ihrem Wort stehen, ein offenes Ohr zu haben und vorhandenes Engagement unterstützen zu wollen. Sonst sind die Konflikte vorprogrammiert – aus Angst um Traditionen und Besitzstände, ob sie nun eine Berechtigung haben oder nicht.

 
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