Kommentar

Sehr kluge Strategie

Archivartikel

Martin Schulte zum Engagement von „Biblis ist bunt“

Die Frage, wie der freiheitlich denkendende und solidarische Mensch auf zunehmenden Populismus von Rechtsaußen reagieren soll, ist permanent in der Diskussion. Nachdem der Versuch, die lauter werdenden Parolen zu ignorieren, kläglich scheitern musste, herrscht nun die Überzeugung vor, sich mit diesem Spektrum auseinandersetzen zu müssen. Das hängt allerdings stark von der Zugänglichkeit der Köpfe ab. Bei ausgeprägter rechter Gesinnung ist es ausgeschlossen.

Der junge Verein „Biblis ist bunt“ hat vor diesem Hintergrund eine sehr kluge Strategie entwickelt: Das Herausstellen der Vorteile, Vorzüge und Stärken von Biblis und dem überwiegenden Teil seiner Gesellschaft. Die Akteure setzen darauf, das Lebensgefühl in Biblis durch offene Begegnungen zu verbessern und so dem Treiben der rechten Szene in Biblis den Boden zu entziehen.

Was womöglich zunächst einfach klingt, hat doch großen Charme – wenn es gelingt, denen, die Hetze und Skandalisierung zu erliegen drohen, den Blick für die Realität ihrer Umgebung neu zu schärfen. Denn natürlich ist Biblis lebens- und liebenswert. Andernorts heißt es mitunter: „Biblis? Das ist doch das braune Dorf im Ried.“ Das können doch die allerwenigsten wirklich wollen. Gutes Gelingen, „Biblis ist bunt“!

 
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