Lampertheim

Corona Kreis gibt nach einem positiven Test an der Goetheschule keine weitere Auskunft über infizierte Person / Störmer ruft zu Disziplin und Durchhaltevermögen auf

19 Drittklässler müssen zu Hause bleiben

Archivartikel

Lampertheim.Nachdem am Wochenende an der Goetheschule die erste coronabedingte Schließung einer Lampertheimer Klasse angeordnet worden war, sorgte diese Entwicklung auch am Montag für Gesprächsstoff. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte das Landratsamt in Heppenheim mit, dass es sich bei der betroffenen Klasse mit 19 Kindern um ein drittes Schuljahr handelt. Auch fünf Lehrer müssten zu Hause bleiben. Sie stehen jedoch nicht alle unter Quarantäne. Für einige wurde nur ein Betretungsverbot für die Schule ausgesprochen.

Die Behörde bat um Verständnis, dass sie keine Auskunft darüber gab, wie und wo sich die infizierte Person mit SARS-Covid-19 angesteckt hat, ob es sich zum Beispiel um einen Urlaubsrückkehrer aus einem Risikogebiet handelt. Auch ob ein Kind oder eine Lehrkraft betroffen ist, wurde unter Berufung auf den Datenschutz nicht bekannt gegeben, lediglich, dass ein positiver Coronatest vorliegt. Die Frage, ob jemand aus dem von der Quarantäne betroffenen Personenkreis – Schüler oder Lehrer – Krankheitssymptome zeigt, blieb ebenfalls offen.

„Die Vertretung der betroffenen Lehrer haben wir ganz gut geregelt. Die betroffene Klasse macht jetzt wieder Homeschooling und wird per Mail, Post oder über Padlet mit Unterrichtsmaterialien versorgt“, sagte Schulleiterin Christina Paz. Für die anderen Goetheschüler laufe der Unterricht weiter – allerdings vermehrt als Klassenlehrer-Unterricht. Fachlehrer sollen in der aktuellen Situation noch weniger als bisher in verschiedenen Klassen eingesetzt werden.

Masken außerhalb des Klassenraumes sind an der Goetheschule bereits Pflicht. Ebenfalls im Fachunterricht, sobald sich Kinder und Lehrer einander nähern – etwa, wenn es Fragen zu einem Arbeitsblatt gibt. „Da waren wir die ganze Zeit schon ziemlich streng“, betont Paz.

Wie es weitergehen soll, spricht die Lampertheimer Grundschule nun eng mit Kreisgesundheitsamt und Schulamt ab. „Ich war bislang optimistisch, dass es uns nicht trifft“, so die Schulleiterin. „Inzwischen befürchte ich aber, dass wir uns trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in nächster Zeit auf solche Aufs und Abs einstellen müssen.“

Die Vorgabe des Hessischen Kultusministeriums im Fall von coronabedingten Klassenschließungen ist die möglichst unverzügliche Aufnahme des sogenannten Distanz-unterrichts. Dieser kann digital oder analog, zum Beispiel in Form von Lernpäckchen, erteilt werden. Aktuell habe nur rund die Hälfte aller hessischen Schulen Zugang zu digitalen Lehr- und Lernplattformen. Laut Pressesprecher Stefan Löwer soll der Rest bis Ende des Schulhalbjahres folgen.

Unterdessen steht auch die Stadtverwaltung wegen des Coronafalls an der Goetheschule in Kontakt mit dem Kreisgesundheitsamt. „Wir nehmen mit großer Sorge wahr, dass die Zahl der bestätigten Fälle in Lampertheim wieder stärker ansteigt“, erklärt Bürgermeister Gottfried Störmer.

„Bei aktuell 17 aktiv infizierten Personen in der Stadt – diese Marke hatten wir zuletzt am 22. April – möchte ich noch mal alle Mitbürgerinnen und Mitbürger eindringlich darum bitten, sich an die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln zu halten“, so der Rathauschef. Es bedürfe weiterhin Disziplin und Durchhaltevermögen. „Nur deswegen“, betonte Störmer, „sind wir bisher so glimpflich davongekommen.“ off/lex

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