Lampertheim

Notfälle Gefahrstoff tritt aus Güterwaggon aus / Brand im Keller eines Mehrfamilienhauses

210 Rettungskräfte bei Großeinsatz

Lampertheim.Großaufgebot der Rettungskräfte in Lampertheim am Freitagabend: Gegen 19.45 Uhr ging bei der Feuerwehr der erste Notruf ein. Passanten in Mannheim hatten entdeckt, dass am Waggon eines Güterzuges etwas nicht stimmte. Der Lokführer musste daraufhin im Lampertheimer Bahnhof stoppen. Die Feuerwehr stellte fest, dass aus einem Kesselwagen Ethylacrylat ausgetreten war – eine farblose, leicht entzündliche Flüssigkeit, die Reizungen der Atemwege auslösen kann.

„Wir haben gleich alle Wege zum Bahnhof abgesperrt und eine Meldung über das Warn- und Informationssystem Katwarn abgesetzt“, erklärt Stadtbrandinspektor Klaus Reiber im Gespräch mit dem Südhessen Morgen. Diese konnte jedoch rasch wieder aufgehoben werden, denn das Sicherheitsventil an den Waggon hatte funktioniert. Die Feuerwehrleute aus der Spargelstadt konnten nur noch Spuren des Gefahrstoffs an dem Waggon feststellen. Auch in der Luft habe die Messeinheit der Feuerwehr aus Bürstadt keine Schadstoffe mehr messen können. Der Zug konnte seine Fahrt fortsetzen.

„Gebäude komplett verqualmt“

Noch während des Einsatzes am Bahnhof gab es eine zweite Alarmierung: In einem Mehrfamilienhaus in der Ringstraße war im Keller ein Brand ausgebrochen. „Das Gebäude war komplett verqualmt. Den Bewohnern drohte eine Rauchgasvergiftung“, so Reiber. Über die große Drehleiter und weitere tragbare Leitern holten die Feuerwehrleute zwölf Bewohner aus dem Haus, zwei weitere waren – laut Reiber – bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte aus einem Fenster gesprungen. Die Bewohner wurden vorübergehend in der Hans-Pfeiffer-Halle untergebracht.

Die Feuerwehr brachte den Brand im Keller unter Kontrolle. Dabei wurden zwei Einsatzkräfte verletzt. Einer habe beim Atemschutzeinsatz Probleme mit dem Kreislauf bekommen, ein anderer habe sich einen Finger gequetscht. „Inzwischen sind aber beide soweit wieder in Ordnung“, berichtete Reiber am Sonntag auf Nachfrage.

Insgesamt waren nach Angaben der Stadtverwaltung 210 Hilfskräfte und 60 Einsatzwagen aus Lampertheim und der Region vor Ort. off

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