Lampertheim

E-Bikes Auch in Lampertheim steigt die Nachfrage / Geschäfte bieten Trainingsfahrten an

Ab 50 am liebsten aufs E-Bike

Lampertheim.Peter Reinelt ist begeisterter Radfahrer. Auch deshalb organisiert er die Radtouren für die Gruppe Generation 50 plus der Abteilung Leichtathletik im Turnverein Lampertheim. Vor kurzem hat sich der 79 Jahre alte Radler ein Pedelec (Pedal Electric Cycle) zugelegt. Damit ist er nicht alleine, wenn sich alle zwei Wochen Radler am London Pub treffen, um eine Tour von 40 bis 60 Kilometern in moderatem Tempo zurückzulegen. „Fast alle Teilnehmer haben E-Bikes“, sagt er.

Dank Elektromotor werde weniger Kraftaufwand benötigt. Allerdings handle es sich einem solchen Rad nicht um einen Selbstläufer. „Wenn wir nicht treten, wird der Motor nicht betrieben. Die Räder sind auf 25 Stundenkilometer gedrosselt“, betont Reinelt. „Die Hilfestellung des Motors darf nur bei 250 Watt liegen und die Geschwindigkeit muss auf 25 Stundenkilometer begrenzt sein.“

Solange diese Voraussetzungen erfüllt sind, seien weder Versicherungsschutz noch ein Helm nötig. Apropos Sicherheit: Die Lampertheimer Fahrradhändler bieten für E-Bike-Einsteiger Probefahrten und Schulungen für alle Altersgruppen an. Denn ein E-Bike ist nicht nur für Senioren attraktiv. „Auch junge Menschen fahren Elektrofahrräder“, sagt Fahrrad-Fachmann Peter Probst. Auch rät er zum Tragen eines Schutzhelms Schon auf ebener Strecke könnten Fahrer selbst mit geringer Motorkraft locker Tempo machen.

E-Bikes gebe es bei fast allen Fahrradarten. Probst verkauft vor allem motorisierte Trekking-E-Bikes und E-City-Räder mit tiefem Einstieg. „Beratung ist das A und O“, betont Matthias Schwabe, Gesellschafter der GbR „bike-innovations“ in Lampertheim. E-Bikes eigneten sich vor allem dazu, längere Strecken oder bei Gegenwind zu fahren.

So interessieren sich immer mehr Kunden für diese Form der Fortbewegung. „Seit Januar habe ich 180 E-Bikes für jeden Zweck verkauft“, resümiert Lothar Pfeiffer, Inhaber des Rad-Hauses. Außer motorisierten Trekking- und City-Rädern zählt Pfeiffer auch E-Mountainbikes für Radsportler, E-Liege- und E-Dreiräder auf. Die Produktvielfalt sei groß, die Technik komplex.

So gäbe es zwar auch schnelle E-Bikes, sogenannte S-Pedelecs, die bis 45 Kilometer in der Stunde fahren könnten. Diese seien aber versicherungspflichtige Kleinkrafträder und es bestehe Helmpflicht, fügt er hinzu. Die Reichweite eines E-Bikes sei von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählten unter anderem die Geländebeschaffenheit und die Windverhältnisse sowie das Gewicht des Fahrers. „Aus medizinischer Sicht ist die Fahrt mit einem Rad, insbesondere bei orthopädisch vorerkrankten Menschen, äußerst hilfreich“, sagt Walter Seelinger, Sportmediziner und Sprecher der Lampertheimer Ärzteschaft.

Bewegung ohne Stoßbelastungen könne bei Knie-, Hüft- und Wirbelsäulenproblemen zu einer deutlichen Verbesserung führen. Hinzu komme, das internistische Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhter Blutdruck und Stoffwechselstörungen wie Diabetes durch Bewegung positiv beeinflusst werden können. „Hier bietet das Fahren mit E-Bikes auch bei vorgeschädigten Erkrankungen, die ein aktives Radfahren ohne Motor nicht zulassen würden, eine Bereicherung“, so der Mediziner.

Allerdings berge das Fahren mit einem E-Bike auch Risiken. Das Tragen eines Schutzhelmes sei unerlässlich. Auf der anderen Seite bringe die Mobilität auch ein Stück Lebensfreude zurück.

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