Lampertheim

Lampertheim Tochtergesellschaft soll in den ZAKB integriert werden / Mit den Einsparungen von etwa einer Million Euro kann ein einheitliches Tarifmodell finanziert werden

Abfallverband entsorgt die alte Firmenordnung

Archivartikel

Lampertheim.Der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) steht organisatorisch vor einer Neusausrichtung. Wie die Geschäftsleitung in Lampertheim mitgeteilt hat, soll eine der beiden Tochtergesellschaften, nämlich die ZAKB-Service-Gesellschaft, in den Verband integriert werden und ihre Eigenständigkeit verlieren.

Geschäftsführer Gerhard Goliasch sagte, mit der für 2021 geplanten Neuausrichtung sollten interne Abläufe straffer gestaltet, Kosten eingespart und neue finanzielle Spielräume geschaffen werden. Die Zukunft der zweiten Tochtergesellschaft – der ZAKB Energie und Dienstleistung-Gesellschaft war indes kein Thema.

Teure Doppelstrukturen

„Aufgrund der aktuellen Struktur, Gehaltsgefüge und Arbeitsteilung des ZAKB mit der Service GmbH ergeben sich Doppelstrukturen und jährlich zahlreiche Verrechnungen sowie steuerliche Belastungen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro – Tendenz steigend“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Geschäftsführung. Gelingt es, die hohen Kosten für zwei Organisationen aus dem Weg zu räumen, könnte sich das vor allem für die Mitarbeiter als lohnender Schritt erweisen, wie Jonas Thiede, Leiter der ZAKB-Finanzabteilung, sagt. Das würde bedeuten, dass künftig anstelle diverser Arbeitsverträge und Konditionen der Tarif des öffentlichen Dienstes (TVöD) für alle Mitarbeiter gelten würde. Mit einem solchen Schritt könne man eine Vielzahl von freien Arbeitsverträgen sowie Tarifverträge, etwa mit dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft, unter einen Hut bringen, was sich in den meisten Fällen finanziell positiv auswirke.

Dies wiederum soll auch dem Zweckverband dienen, da er als tarifgebundener Arbeitgeber für Mitarbeiter in spe attraktiver wird und sich mögliche Personalnöte eher vermeiden lassen dürften. Die damit einhergehende finanzielle Mehrbelastung für den Verband soll durch Steuereinsparungen ausgeglichen werden, „so, dass weiterhin ein Plus von 700 000 Euro pro Jahr bestehen bleibt und für die Entwicklung des ZAKB als regionaler Abfallentsorger zur Verfügung steht“.

Für die neue Organisation ist indes noch die Zustimmung der Verbandsversammlung notwendig. Reine Formsache? Womöglich. Landrat Christian Engelhardt – er ist Verbandsvorsitzender des ZAKB – geht jedenfalls davon aus, dass die Neuausrichtung Vorteile für alle Seiten mit sich bringt. „Wir würden uns deshalb freuen, wenn die Mitglieder der Verbandsversammlung dem Vorschlag des Vorstands folgen würden“, sagte er. Die Verbandsversammlung tagt am 16. Oktober.

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