Lampertheim

Handball-Bezirksoberliga Trainer des TV Lampertheim blickt auf die neue Saison / Vorbereitungsstart am 2. Juli

Achim Schmied spürt keinen Zeitdruck

Archivartikel

Lampertheim.„Ich bin eher etwas pessimistisch und lasse mich dann positiv überraschen“, meint Achim Schmied, Trainer des Handball-Bezirksoberligisten TV Lampertheim, mit Blick auf die aktuellen Corona-Lockerungen. „Es hat mich schon etwas überrascht, dass wir jetzt ganz offiziell schon wieder zu zehnt mit vollem Körperkontakt trainieren könnten. Ich denke aber, dass wir es erstmal etwas ruhiger angehen lassen werden“, so Schmied, der aber ohnehin keinen Zeitdruck spürt.

Sein Team ist, nachdem zuvor in Kleingruppen an der Grundlagenausdauer gearbeitet wurde, derzeit in einer Pause. Am 2. Juli geht es dann in die Vorbereitung auf eine Saison, bei der noch lange nicht klar ist, wann sie starten kann.

Radtour an der Mosel

„Mit einem Rundenstart im September rechne ich nicht. Die Option nach den Herbstferien wäre schon sehr gut, aber ich könnte mir vorstellen, dass wir erst nach Weihnachten beginnen und dann nur eine einfache Runde ohne Rückspiele absolvieren“, hat sich Schmied so seine Gedanken gemacht. Dafür hat der erfahrene Coach derzeit auch viel Zeit: Er befindet sich auf einer Radtour entlang der Mosel und des Rheins, absolviert täglich um die 70 Kilometer und übernachtet jeweils in einer Jugendherberge. „Das ist hier eine wunderschöne Gegend“, schwärmt er, nachdem er gerade in Cochem gefrühstückt hat. Von „Entschleunigung“ möchte Schmied allerdings nichts mehr hören: „Ich habe beim Frühstück gefühlte 15 Meter vom nächsten Gast entfernt gesessen. Normalerweise lernt man immer wieder neue Leute auf solch einer Tour kennen, aber diesmal ist doch alles etwas anders.“

Während seiner Zeit im Sattel bewundert er nicht nur die Gegend – über Koblenz geht es dann den Rhein hinunter bis nach Lampertheim – sondern macht sich auch Gedanken über seinen TVL. „Ich denke, wir sind gut aufgestellt. Wir haben einen ordentlichen Kader beisammen und hinzukommen einige interessante Spieler aus der zweiten Mannschaft und aus der eigenen Jugend. Wir haben absolut keinen Handlungsdruck, jetzt irgendwo jemanden von außen zu holen“, freut sich der Trainer, dass der Verein „sehr breit aufgestellt“ ist. „Wir werden unseren Weg weitergehen, und gerade die jungen Spieler weiter einbauen. Mir ist es lieber, mit eigenen Jungs mal um Platz fünf bis zehn zu spielen, als mit fremden Spielern um Rang eins bis vier. Vor allem, weil dann unsere Jungs wahrscheinlich weggehen würden.“ Auch bezüglich des Trainingsaufbaus in der Vorbereitung grübelt Schmied: „Wir werden uns natürlich so vorbereiten, als würde es im September ganz normal losgehen. Entsprechend müssen wir auch gar nicht so sehr auf die Corona-Lockerungen schauen und sie ausreizen, sondern können wie jede andere Vorbereitung auch mit Lauf- und Athletiktraining im Juli beginnen. Dann kommen noch Technik und Taktik hinzu – und dann schauen wir mal, wie sich die Lage entwickelt“, will es Schmied eher langsam angehen lassen.

Dass man jetzt schon in größeren Gruppen mit zehn Leuten trainieren kann, kommt ihm dennoch sehr gelegen: „Dann wird der Kader in zwei Trainingsgruppen geteilt werden. Eine kann draußen laufen, eine in der Halle trainieren. Da lässt sich schon richtig gut arbeiten“, findet er. Auch in den vergangenen Wochen hatte er mit seinem Team schon in dieser Form gearbeitet, „allerdings waren die Gruppen dann noch entsprechend kleiner und wir haben mehr rotiert“, erläutert er. „Aber mit Handball hatte das bislang eher wenig zu tun“, schiebt Schmied nach.

Umso mehr freut sich der Lampertheimer darauf, wenn es dann im Juli richtig losgeht. Und vielleicht wird er ja tatsächlich positiv überrascht – und im September beginnt die neue Handball-Saison. me

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