Lampertheim

Medizin Gesundheitsforum füllt einmal mehr das Stadthaus

Ärzte klären über Schilddrüsen-Leiden auf

Archivartikel

Lampertheim.Reges Interesse weckte das 98. Gesundheitsforum im Lampertheimer Stadthaus. „Die Schilddrüse – kleines Organ, große Wirkung“ lautete das Thema der gemeinsamen Veranstaltung der Volkshochschule Lampertheim und GALA (Gesundheitsnetz der Ärzteschaft Lampertheim). Da Schilddrüsenstörungen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland zählen, überraschte es nicht, dass der Raum bis auf die letzte Reihe gefüllt war.

Moderator Dr. Florian Wagner eröffnete das Forum, indem er das Publikum kurz in das Thema einführte. „Die Schilddrüse ist unser größtes hormonproduzierendes Organ“, betonte der Facharzt für innere Medizin und Gastroenterologie aus Lampertheim. Dabei erklärte er wichtige Fachbegriffe, wie den TSH-Wert, mit dem die Schilddrüsenfunktion über das Blut geprüft werden kann. „Wenn der Wert hochgeht, dann haben sie einen Mangel an Hormonen und eine Unterfunktion. Das ist etwas verwirrend“, gab der Fachmann zu. Im Folgenden erklärte er, dass die Schilddrüse so wichtig sei, weil die Hormone nicht nur auf die Gene, sondern auch auf Energiehaushalt und Herzkreislaufsystem wirkten. „Was der Normalzustand ist, ist dabei eine Definitions- und eine Streitfrage“, erklärte Wagner. Eine Störung des Organs könne zu Haarausfall, Gewichtszunahme oder Abgeschlagenheit führen, auch depressive Stimmungen zählten zu den Symptomen.

Referent Dr. Markus Geling, Facharzt für Nuklearmedizin aus Worms, ging vor allem auf Schilddrüsenkrankheiten ein. Dazu zählen neben einer Vergrößerung (Struma) oder Knoten auch die bekannten Funktionsstörungen. „So können wir die Krankheit ganz gut einteilen“, erklärte der Spezialist. Zuerst erläuterte er die Ursachen für eine Struma, die vor allem durch Jodmangel, Rauchen oder andere Medikamente ausgelöst werden kann. Bei Knoten an der Schilddrüse, unter denen ein Viertel der Bevölkerung ab einem Alter von 45 Jahren leidet, hatte der Nuklearmediziner einen Tipp: „Erstmal abwarten und kontrollieren lassen. Nicht alle Knoten müssen behandelt werden.“

Gute Therapiemöglichkeiten

In Bezug auf die Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse ging Geling ebenfalls auf die Ursachen ein und sprach mit dem Publikum über mögliche Behandlungen. Neben der medikamentösen Behandlung oder einer Radiojodtherapie empfahl er eine Operation dabei nur in den seltensten Fällen. „Schilddrüsenerkrankungen sind häufig, lassen sich aber gut therapieren“, fasste der Fachmann zusammen und übergab das Wort damit an den dritten Referenten des Abends.

„Ich informiere Sie darüber, was passiert, wenn es soweit ist, zu operieren“, begann Professor Lutz Schneider, Chefarzt der Chirurgie des Kreiskrankenhauses Bergstraße, seinen Vortrag. Dabei stand vor allem die Frage nach dem Zeitpunkt im Mittelpunkt. Anzeichen für eine möglicherweise nötige Operation seien zum Beispiel Schluck- oder Atembeschwerden sowie schnell wachsende Knoten oder ein Verdacht auf eine bösartige Erkrankung. Er versuchte, den Anwesenden die Angst vor dem Eingriff zu nehmen, indem er genauer auf den Ablauf, die Sicherheitsmaßnahmen und die Risiken einer Operation einging. „Die Schilddrüsenchirurgie ist sicher und komplikationsarm“, betonte Schneider zum Schluss.

Damit stieg das Plenum in eine offene Fragerunde ein, in der es unter anderem um die Erkrankung Hashimoto und die richtige Einnahme der Schilddrüsen-Tabletten ging. „Das Wichtigste bei allen Behandlungen sind das Empfinden und das Wohlbefinden des Patienten“, betonte Geling und entließ das Publikum damit in den Abend. av

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