Lampertheim

TV Lampertheim Geräteturnerinnen sammeln Rhönrad-Erfahrung beim SG Grün-Weiß Darmstadt

Ästhetik trifft auf Athletik

Lampertheim.Bewundernde „Ahs“ und „Wows“, ganz viel „Oh Gott, oh Gott“ und 18 strahlende Mädchengesichter: Mit diesen Gefühlsregungen starteten die Gerätturnerinnen des TV Lampertheim (TVL) in den Mai. Die Abteilungsleiterinnen Vanessa Ihrig und Jacqueline Fouquet hatten für die Turnerinnen ab sieben Jahren ein Schnuppertraining im Rhönrad-Turnen organisiert.

Dafür waren die Mädchen mitsamt ihren Trainern zur SG Grün-Weiß Darmstadt gereist, wo die Abteilungsleiterin Rhönrad, Nadja Eiche, mit zwei echten Profis auf die Lampertheimerinnen wartete: Jugend-Weltmeisterin Franka Eiche und Surya Eiche, die Deutsche Meisterin in der Altersklasse 15/16 Jahre, zeigten im Verlauf des zweistündigen Schnuppertrainings dann auch, wie Rhönrad-Turnen aussehen kann, wenn schon lange fleißig geübt wird. „Wow, das sieht toll aus – und so leicht“, bewunderte die zehnjährige Madita die Darbietung. „Hammer“, sagten auch die älteren Turnerinnen, als Franka Eiche mit einem Salto rückwärts vom Rhönrad ihre Darbietung beendete.

Doch natürlich wollten die Mädchen nicht nur gucken, sondern auch selbst ausprobieren. Nach einem Aufwärmtraining, in dem vieles noch bekannt war, ging es dann rund – im wahrsten Sinne des Wortes. Kleine, mittlere und große Räder hatten die Darmstädter aus ihrem Geräteraum geholt, und so konnten alle problemlos mitmachen.

Doch zunächst machten sich die Sorgen breit: „Oh Gott, ich glaube, ich rutsche aus den Schlaufen“, sagte Alexia. „Und was ist, wenn ich auf den Kopf knalle?“, fragte Gina. „Ihr müsst mich aber richtig gut festhalten“, bat Sydney. Am Ende rutschte niemand, es knallte niemand auf den Kopf und das Festhalten war bald nicht mehr nötig. Arme und Beine in X-Form vom Körper abgewinkelt, rollten die Mädchen konzentriert durch die Halle.

„Das macht Spaß, und man kann gut die Spannung üben“, befand Laura recht schnell. Das sah auch Abteilungsleiterin Vanessa Ihrig so: „Im Rhönradturnen braucht man viele Dinge, die auch für das Gerätturnen wichtig sind, vor allem natürlich Koordination und Spannung“, sagte sie. Und dennoch sei die Sportart ganz anders und für die Mädchen daher eine tolle Erfahrung.

Nachdem die erste Angst überwunden war, trauten sich die Mädchen, das Rad auch in anderen Körperhaltungen zum Rollen zu bringen. Mehr und mehr wich der konzentrierte Blick der Mädchen dabei einem Lächeln.

Ein breites Grinsen rief dann das „Spiraleturnen“ hervor, an das sich die Mädchen mithilfe von Nadja Eiche herantasteten: Das Rhönrad bewegt sich dabei nur auf einem Reifen und tellert wie eine fallengelassene Münze. Ganz ungewohnt hieß es dann: Bauch rausstrecken. Die Landung auf eben diesem bereitete sichtlich Freude.

Zu kämpfen hatten die jungen Lampertheimerinnen hingegen beim „Trullern“, einer Vorübung zum Spiraleturnen: Das auf dem Boden liegende Rad soll dabei mit den Händen in Bewegung versetzt und zum Kreiseln bewegt werden. Was alleine nicht jedem gelingen mochte, war in der Gruppe aber zu schaffen. Bald waren vier Rhönräder in Bewegung, jedes von ihnen festgehalten von vier bis fünf Mädchen, die sichtlich Spaß hatten.

Daneben standen die Trainer und lachten mit. „Es macht Spaß, die Mädchen mal außerhalb des normalen Trainings zu erleben und zu sehen, wie sie über Altersgrenzen hinweg zu einer Einheit verschmelzen“, fasste Abteilungsleiterin Jacqueline Fouquet zufrieden zusammen. Dass es nach so viel Bewegung im Anschluss noch Pizza in der Lampertheimer Heimat gab, war da selbstverständlich. red

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