Lampertheim

Großeinsatz Stark alkoholisierter 61-Jähriger verschwindet am Lampertheimer Altrhein – und taucht an einer Tankstelle in Bürstadt wieder auf

Ahnungsloser Vermisster stellt Polizei vor ein Rätsel

Archivartikel

Lampertheim.Das zeitweise Verschwinden eines 61-jährigen Mannes am Lampertheimer Altrhein hat am Sonntagvormittag einen Großeinsatz von Rettungskräften und Polizei ausgelöst. Wir berichteten bereits kurz in der Montagausgabe über die am Sonntag feststehenden, noch vagen Erkenntnisse der Polizei. Der Mann aus Reichelsheim im Odenwald war stark alkoholisiert aber unversehrt an einer Tankstelle in Bürstadt aufgefunden worden.

Er habe allerdings angegeben, keine Ahnung zu haben, wie er dort hingelangte, sagte Andrea Löb, Sprecherin des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt gestern auf Anfrage dieser Zeitung. „Sein Weg ist auch für uns bisher noch ein Rätsel. Wir haben die Ermittlungen aufgenommen“, erklärte Löb weiter.

Im Auto übernachtet

Die Beamtin beschrieb den Vorgang: Vier Mitglieder einer Familie, darunter der 61-Jährige aus Reichelsheim, waren mit dem Auto zum Lampertheimer Altrhein in die Nähe des Wassersportverein-Geländes gefahren. Dort haben sie geangelt (was nach Angaben der Stadtverwaltung erlaubt ist). Nach Aussagen der übrigen drei Beteiligten gegenüber der Polizei haben diese den 61-Jährigen gegen Mitternacht zuletzt gesehen. Man habe sich dann an Ort und Stelle zum Übernachten ins Auto begeben. Beim Erwachen am frühen Morgen hätten sie den Mann vermisst.

Der Alarm ging gegen 6 Uhr am Sonntagmorgen ein. Ein Großaufgebot an Rettungs- und Einsatzkräften machte sich auf die Suche – an Land und auf dem Altrhein. Die Polizei kontaktierte weitere Mitglieder der Familie, um mögliche Aufenthaltsorte des Vermissten zu erfahren. Dabei gab es dann einen Hinweis auf die Tankstelle in Bürstadt. Tatsächlich traf eine Polizeistreife den betrunkenen Mann dort an.

„Er erinnerte sich, wirklich ins Wasser gefallen zu sein“, sagte Andrea Löb. Er könne aber nicht erklären, wie er danach nach Bürstadt gekommen ist.

Nach Angaben von Lampertheims Stadtbrandinspektor Klaus Reiber waren allein von der Feuerwehr Mitte 44 Kräfte an der Suchaktion beteiligt. Zusammen mit DLRG und DRK seien 81 Männer und Frauen auf den Beinen gewesen. Dazu die Rettungshundestaffel und ein Hubschrauber.

Ob der Mann für diesen Aufwand möglicherweise zur Verantwortung zu ziehen, etwa an den Kosten zu beteiligen ist, sei Gegenstand weiterer Ermittlungen, sagte Polizeisprecherin Löb. Und: „Wenn wir wegen eines Vermissten alarmiert werden, müssen wir zunächst davon ausgehen, dass ein Mensch sich in einer hilflosen Lage befindet und entsprechend handeln. Ob der vorliegende Lampertheimer Fall einen möglichen anderen Hintergrund hat, werden wir sehen.“

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