Lampertheim

Konzert Petersburger Ensemble „Harmonie“ begeistert sein Publikum in der Hüttenfelder Gustav-Adolf-Kirche

Alte Weisen voller Sehnsucht

Hüttenfeld.Chorgesang vom Feinsten erklang in der Hüttenfelder Gustav-Adolf-Kirche und erfreute die zahlreichen Besucher. Die evangelische Kirchengemeinde hatte das Ensemble „Harmonie“ aus dem russischen St. Petersburg zu Gast. Und die sechs Sänger machten in der voll besetzten Kirche ihrem Namen alle Ehre.

Wie Dirigent Alexander Andrianov erzählte, hat sich das Vokal-Ensemble vor über 20 Jahren gegründet, bestehend aus Absolventen und Dozenten des Petersburger Konservatoriums. Seitdem geht die harmonische Truppe zweimal im Jahre auf Konzertreise – vor allem im deutschsprachigen Raum – und erfreut die Zuhörer mit geistlichen Liedern, aber auch mit volkstümlichen russischen Melodien.

Pfarrer Reinald Fuhr meinte bei der Begrüßung der Sänger, dass viele Zuhörer die russische Sprache zwar nicht verstehen würden. Allerdings brauche die Musik auch keinen Dolmetscher, sondern sei für jeden fühlbar. So war es dann auch: Zur ersten Verständigung zwischen Sängern und Publikum dürfte mit Sicherheit das allseits bekannte Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ beigetragen haben. Die erste Strophe sang das Ensemble auf Russisch, die zweite auf Deutsch. Der Komponist des Stückes, Dimitri Bortnjanski, lebte im 18. Jahrhundert und übte auch großen Einfluss auf die deutsche Kirchenmusik aus. Seine Komposition fand Einzug in den Großen Zapfenstreich. In der Gustav-Adolf-Kirche beeindruckte allein die Kraft der Stimmen, die auch in den Soli ihren volltönenden Klang behielten.

Alexander Andrianov dirigierte dabei sein Ensemble mit sparsamer Gestik, wie um zu betonen, wie gekonnt seine Protagonisten ihr Metier beherrschten. Zwei erste Tenöre, zwei zweite Tenöre und zwei Bässe demonstrierten mit ihrem Stimmumfang einen Chorklang, der nur wenig Wünsche offen ließ.

Schwermütige Grundstimmung

Beim zweiten Lied aus dem geistlichen Konzert Nr. 32 vom gleichen Komponisten konnte der Zuhörer unschwer die schwermütige Grundstimmung erkennen, die bei vielen russischen Weisen zu finden ist. Dabei traten die Sänger in wechselnder Besetzung auf, und alle demonstrierten bei ihren Soloauftritten einen erheblichen Stimmumfang.

Weitere geistliche Lieder – von unbekannteren Komponisten, aber auch von Bortnjanski – folgten, ehe das russische Volkslied zu seinem Recht kam. Andrianov erläuterte den Inhalt der Lieder: Mal waren es lustige Melodien, mal sehnsuchtsvolle Stücke. Die Weiten Russlands waren regelrecht spürbar. Dabei standen die Protagonisten nicht nur statisch auf der Bühne, sondern entwickelten durchaus schauspielerische Fähigkeiten. Zum Schluss durften die bekannten „Abendglocken“ nicht fehlen.

Der lang anhaltende Beifall des Publikums brachte eine Zugabe, und zur Freude der Zuhörer erklang das deutsche Volkslied „Guten Abend, gute Nacht“. Pfarrer Fuhr blieb es vorbehalten, den Dank der Gemeinde auszusprechen und ein Gastgeschenk zu überreichen.

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