Lampertheim

Neuschloß Sandgruben und Roter Hof sollen ab 2022 gesichert werden / Stadt rechnet mit 2,4 Millionen Euro Kosten

Altlasten wieder aktuell

Neuschloss.Nein, Neuschloß wird kein weiteres Mal zur Großbaustelle. Aber unter dem Titel „Altlastensanierung“ schlägt der Lampertheimer Stadtteil ein neues Kapitel auf. Denn auf dem Gelände der ehemaligen chemischen Fabrik lagern nach wie vor Giftstoffe, über die zwar längst Gras gewachsen ist. Dennoch gelten die Ablagerungen nach heutigem Standard als ungesichert. Nun muss die Stadt aktiv werden.

Damit war in Lampertheim auch schon immer gerechnet worden. Doch jetzt macht das Regierungspräsidium Darmstadt Druck. Die Behörde hat die Stadt aufgefordert, einen Zeitplan vorzulegen und in absehbarer Zeit mit der Abdichtung der lediglich umzäunten Ablagerungen zu beginnen. Bei den Flächen handelt es sich nach Informationen von Stephan Frech vom Fachdienst Umwelt der Lampertheimer Stadtverwaltung um Sandgruben am Waldrand im Zuge des Fichtenwegs in Neuschloß sowie um den sogenannten Roten Hof im Wald Richtung Hüttenfeld.

Diese Ablagerungen sind Frech zufolge mit Laub- und Humusschichten bedeckt, sie sind bewachsen und mit einem Zaun umgeben. Die Stellen würden obendrein regelmäßig kontrolliert. Seine Bezeichnung „Roter Hof“ hat die Altlastenhalde nach Frechs Angaben bekommen, weil zu Betriebszeiten der chemischen Fabrik hier Reste einer Kupferrösterei abgelagert wurden. Laut Stephan Frech schlummern in diesen Bereichen überdies die gleichen Schadstoffe, die seinerzeit im Sodabuckel ermittelt worden sind: Arsen, Dioxine, Schwermetalle. Auffällige Werte im Grundwasser seien über die Messstellen im Umfeld dieser Ablagerungen nicht registriert worden. Allerdings sei mehr als ein halbes Dutzend Gartengrundstücke von den Ablagerungen im Bereich der Sandgruben am Fichtenweg betroffen.

Rodung und Rekultivierung

Frech muss nun eine Planung für die Sicherung dieser Bereiche erstellen. Während das verseuchte Erdreich von den betroffenen Gartengrundstücken entfernt werden soll, ist – ähnlich wie beim Sodabuckel – an eine Rodung und anschließend eine Sicherung der Halden mit dem Auftragen einer dickeren Erdschicht gedacht. Anschließend soll das Gelände rekultiviert und begrünt werden. Fachdienstleiter Frech rechnet mit einem Kostenvolumen von insgesamt 2,4 Millionen Euro, die die Stadt aus Haushaltsmitteln aufzubringen hätte.

Der Lampertheimer Umweltexperte geht davon aus, dass der Bautransport im Stadtteil über Wald- und Nebenwege verläuft. Die Bewohner blieben demnach von Schwerlastverkehr verschont. Frech rechnet auch nicht damit, dass der Spielplatz im Alten Lorscher Weg gesperrt werden muss.

Für die Vorsitzende der Neuschlosser Bürgerkammer, Carola Biehal, ist die Nachricht vom nächsten Schritt in Sachen Altlastensanierung „keine Überraschung“. Der Projektbeirat Altlasten Neuschloß (PAN) werde die Planungs- und Bautätigkeiten begleiten, sagte sie auf SHM-Anfrage.

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