Lampertheim

Spargelfest-Bilanz Stadtverwaltung sucht nach Lehren für das kommende Jahr / Schausteller und Standbetreiber zufrieden

Anzeigen nach Randale und Schlägereien

Archivartikel

Lampertheim.Gemischt fällt die Bilanz zum Spargelfest 2019 aus. Schausteller und Standbetreiber waren zufrieden mit dem Geschäft, von den Besuchern gab es positive Rückmeldungen zum Programm. Die Kehrseite: der Vandalismus an der Skulpturengruppe neben der Domwiese und die Handgreiflichkeiten, zu denen es in der Nacht zum Sonntag kam.

Inzwischen liegen zwei Anzeigen wegen Körperverletzung vor. Eine davon nach einer Schlägerei „im Bierzelt“, die andere nach einer tätlichen Auseinandersetzung am Bahnhof, erklärt Tobias Laubach, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Südhessen auf Anfrage. Zwar habe es noch weitere kleinere Schlägereien gegeben – bis die Polizei aber vor Ort gewesen sei, hätten sich die Kontrahenten schon wieder getrennt gehabt und es sei „nichts mehr feststellbar“ gewesen, so Laubach.

Von „Kloppereien“ auch vor dem Café Schmerker und vor Eis-Oberfeld berichtet indessen Christian Pfeiffer, Sprecher der Stadt . Normalerweise bleiben die großen Lampertheimer Feierlichkeiten wie das Spargelfest oder die Kerwe friedlich. Warum es in diesem Jahr mehrfach zu Handgemengen kam, „ist uns ein Rätsel“, betont Pfeiffer. Daher werde es in einer Nachbesprechung mit der Polizei unter anderem darum gehen, „welche Lehren wir für das kommende Jahr ziehen können“.

In jedem Fall will die Stadt – wie bereits am Wochenende von Bürgermeister Gottfried Störmer angekündigt – Anzeige wegen Sachbeschädigung stellen, nachdem ebenfalls in der Nacht zum Sonntag die Mädchen-Figur neben der „Spargelschälerin“ von bislang Unbekannten aus dem Ensemble gerissen worden war. „Derzeit tragen die Mitarbeiter des Bauhofs die notwendigen Infos für die Anzeige zusammen“, sagt Pfeiffer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Bronzeskulptur des Mädchens wiegt etwa 80 Kilo. „Da hat jemand schon ordentlich Gewalt angewendet“, erklärt der Stadtsprecher. Außerdem gehöre schon ein gewisses Maß Unverfrorenheit zu einer Tat „an so einem prominenten Platz“ – wie dem an der Römerstraße, meint Pfeiffer.

Die Figur war noch in der Nacht „von der Ordnungspolizei an der Skulpturengruppe“ gefunden worden. Bislang scheint es, als habe sie durch den Vandalismus nur Schaden an den Füßen davongetragen – an den Stellen, wo sie mit Hülsen in den Boden verankert war.

Unterdessen äußern sich die Schausteller positiv über das Spargelfest-Wochenende. Es sei „ein gutes Geschäft gewesen“. Nur bei dem gelegentlichen Regen sei die Kundschaft ausgeblieben, so Klaus Mundorff vom Kinder-Fahrgeschäft „Schleife“.

Ebenso zeigen sich Angelo Accascio, Vereinsvorsitzender der Azzurri, der mit seinem Team im Pizza-Wagen auf dem Kleinen Schillerplatz stand, und der Männerkochclub „Lampertheimer Spargelrunde“ zufrieden. Es sei „eine große Gästeschar mit gutem Appetit gekommen“, freut sich Reinhold Gamper, Vorstandsmitglied der Spargelrunde und Maitre de Chuchi. Bei dem Zuspruch gingen den Köchen sogar einige Zutaten aus, wie Öl und Sahne. Hier halfen die Einzelhändler und Gastronomen aus.

Auch das Zusammenspiel unter den Akteuren bei den großen Veranstaltungen – etwa dem Spargelschälwettbewerb und dem Seniorennachmittag – funktionierte gut. „Alle waren sehr motiviert und die Besucher begeistert“, fasst Gabi Wesp vom Fachbereich Bildung, Kultur und Ehrenamt zusammen.

Insgesamt sei die Zahl der Festgäste über Pfingsten „nicht ganz an die des vergangenen Jahres herangekommen“, schätzt Christian Pfeiffer. Grund könnte das verlängerte Wochenende gewesen sein. „Da sind“, so der Sprecher der Stadt, „einige Lampertheimer auch weggefahren.“

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