Lampertheim

Verwaltung Kontroverse zwischen Herausforderer und Amtsinhaber über Fluktuationsquote

Auf Flurfunk hereingefallen?

Archivartikel

Lampertheim.Wie es um ihre Kompetenzen der Führung einer Verwaltung bestellt ist, wollte SHM-Moderator Martin Schulte von den drei Bürgermeisterkandidaten wissen. Amtsinhaber Gottfried Störmer musste Stellung beziehen zu Vorwürfen, die laut Schulte aus dem Stadthaus dringen, unter den Mitarbeitern herrsche teilweise Unzufriedenheit.

„Wir jammern auf hohem Niveau“, nahm Störmer für die gesamte Gesellschaft in Anspruch. Dass der „Flurfunk“ auch im Stadthaus „murmele“, habe er hinzunehmen. Nicht stehen lassen wollte er Kritik an seinen Führungsqualitäten. Allerdings traue er seinen Mitarbeitern genügend Sachkenntnis zu, um nicht jeden Schritt erst nach einer bürgermeisterlichen Anweisung zu unternehmen.

In der weiteren Debatte geriet dann allerdings Herausforderer Marco Steffan in die Defensive, der laut einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung die Zahl von 18,3 Prozent Fluktuationsrate innerhalb der Verwaltung für das Jahr 2017 notiert hatte. Demnach hätte im betreffenden Jahr jeder fünfte Mitarbeiter die Verwaltung verlassen. Von Amtsinhaber Störmer musste sich Steffan belehren lassen, dass in die Fluktuationsquote auch Zugänge eingerechnet würden, ferner beispielsweise die Übernahme von Mitarbeitern in Beamtenverhältnisse.

Hierdurch habe es bei einem Stand von 492 Mitarbeitern im Jahr 2017 100 Abgänge und 102 Zugänge gegeben, was einer Fluktuationsquote von 20,3 Prozent entspreche. Die Zahl umfasse aber auch die Bereiche der Kindertagesstätten und der Saisonarbeitskräfte. Marco Steffan nahm diese Richtigstellung zur Kenntnis. Er berief sich auf seine Position als „einfacher Bürger“, dem es nicht möglich sei, eine solche Zahl sachgemäß zu interpretieren.

Störmer: Vor Brief informiert

Gottfried Störmer konterte auch Steffans Kritik, die Mitarbeiter des Bauhofs seien per Brief darüber informiert worden, dass nach einer Überprüfung der Besoldungsstrukturen im Rathaus ihre Stelle herabgestuft worden sei. Der Bürgermeister bestätigte, ein solches Schreiben sei an die Mitarbeiter ergangen; sie seien aber zuvor von Bauhofchefin Sabine Vilgis darüber informiert worden. Auch seien Gehälter nicht nach unten korrigiert worden. Vielmehr würden sie erst bei einer Neubesetzung an die neuen Bemessungsgrundlagen angepasst.

Zuletzt ließ Marco Steffan auch noch durchblicken, dass er Bauhof und Technische Betriebsdienste irrtümlich für zwei voneinander getrennte Verwaltungsbereiche gehalten hatte. Ein Zuhörer im Publikum sprach an dieser Stelle von einer Blamage für den Kandidaten. urs

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