Lampertheim

Prunksitzung Carneval-Club Rot-Weiß präsentiert großes Narrenprogramm mit einem klassischen und einem modernen Showteil

Aufbruch in den Wilden Westen

Lampertheim.Der Wilde Westen fing am Samstagabend am Weidweg an. In der fünften Jahreszeit ist eben alles möglich. Der 1. Carneval- Club Rot-Weiß (CCRW) 1956 Lampertheim feierte dort in der Hans-Pfeiffer-Halle seine Prunksitzung unter dem Motto „Lampertheim Goes Wild West“. Die Aktiven brannten ein karnevalistisches Feuerwerk ab, mit einem bunten Programm der CCRW-Eigengewächse und befreundeter Fastnachtsvereine.

Da der CCRW ein traditioneller Karnevalsverein ist, gliedert sich die Sitzung in zwei Teile – mit einem klassischen- und einem Show-Abschnitt, was beim Narrenvolk wieder auf Zustimmung stieß. Die Stimmungsmusik der Zwoa Spitzbuam Michael und Volker, die moderne Veranstaltungstechnik und die hübsche Tischdekoration beeindruckten außerdem. Immer wieder setzten Jubelrufe ein.

Ein festliches Bild bot sich den Zuschauern schon zu Beginn, als die CCRW-Akteure zusammen mit Sitzungspräsident Markus Gutschalk in ihren schmucken rot-weißen Uniformen einmarschierten und auf der Bühne Aufstellung nahmen. Einen besonders glanzvollen Auftritt bekam Stadtprinzessin Janine I. Sie schwebte in einem traumhaften roten Tüllkleid herein, gut behütet von ihrer Begleiterin, Mutter Stefanie Graber. „Das ist heute dein Abend“, sagte Sitzungspräsident Gutschalk. Doch Janine I. verweilte nicht auf dem Thorn, sondern tanzte gleich in der Funkengarde mit.

Als Ehrengäste begrüßte Markus Gutschalk ebenfalls Ehrenpräsidentin Margit Selb, Ersten Stadtrat Jens Klingler, SPD-Fraktionsvorsitzenden Marius Schmidt, Lampertheims Spargelkönigin Christin I., Heinz-Dieter Schäfer vom Seniorenbeirat und Marco Steffan von „Athletes for Charity“. Außerdem freuten sich die rot-weißen Narren über das Kommen von Mitgliedern der „Meute Neuschloß“, des 1. Freizeit Carneval Clubs „dumm gelaufen“ und weiterer Freundschaftsvereine aus der Metropolregion.

Umjubelte Garde

Die Juniorengarde begann den traditionellen Reigen mit einem klassischen Gardetanz, der umjubelt wurde. Gleich darauf eroberte die Funkengarde die Bühne und begeisterte. „Echt klasse getanzt“, so das Fazit des Sitzungspräsidenten. Die Minigarde gewann mit ihrem kecken Hip-Hop die Herzen der Narren im Sturm. Die Jüngste unter den Tänzerinnen, Melina, ist erst drei Jahre alt. Für Markus Gutschalk Anlass genug, die erste Rakete des Abends zu zünden.

Dann wurde es äußerst emotional. Funkenmariechen Sophia Karb erhielt eine Würdigung anlässlich ihres elfjährigen Jubiläums und verabschiedete sich gleichzeitig aus der Solorolle. Sie bedankte sich bei den Vereinsmitgliedern und ihren Eltern für die Unterstützung, überzeugte zum Abschied noch einmal mit einem exzellenten Gardetanz und erhielt dafür stehende Ovationen.

Das Bürstädter Prinzenpaar Manuela II. und Marcel II. und das Prinzenpaar des Carneval Club Eich, Jennifer I. und Uwe II., machten ihre Aufwartung. Dann trat Ehrenvorsitzende Margit Selb trat an das Mikrofon und lobte ihre Aktiven des CCRW, bevor sie mit Elferratsmitglied Gerda König in die Bütt stieg. Dort brachten die beiden als Katrin und Berta die Besucher zum Lachen.

„Ich bin der Elvis aus der Pfalz und nicht schlechter als das Double aus Memphis“, witzelte Oliver Eichhorn vom Roxheimer Carnevalverein in seiner närrischen Elvis-Presley-Gala. Die Kriegerinnen der Showtanzgruppe „Gravity“ vom Carneval Club Eich erfreuten daraufhin mit einer hervorragenden Choreografie und entführten in das Amazonenland.

Nach der Pause waren die Narren im Wilden Westen angekommen. Die Saloon-Ladys der Gruppe „Fantasy“ eröffneten mit Janine I. und Markus Gutschalk die zweite Halbzeit, in der Revolverhelden, Cowboys, Indianer, Trapper, Siedler und sogar Tiere mitmischten.

Die Juniorengarde präsentierte einen rasanten Indianertanz. Die Frauen der Gruppe „New Generation“ schwangen ihr Lasso und betonten: „Ich will ’nen Cowboy als Mann“.

Eine Runde Schach spielte die Hofheimer Showgruppe „Stud Button“, wobei die Akrobaten das TVH die Schachfiguren waren und mit kräftigem Applaus bedacht wurden.

„Fantasy“-Sprecherin Ilonka Grosch sagte die Showtanzgruppe von „dumm gelaufen“ an. Die Fastnachter hatten sich in Avatare verwandelt, präsentierten eine magische Lichterwelt und erhielten für diese atemberaubenden Bilder viel Applaus. Ihre Strumpfbänder ließen die Saloon-Ladys (Gruppe „Fantasy“) beim Cancan blitzen und das Männerballett des 1. Riedroder Fastnachtsclubs erzählte tanzend eine schaurige Geschichte, bevor es gut gelaunt einen halben Striptease hinlegte.

Tanzender Sheriff

Hier griff der CCRW-Sheriff Jesina Litters ein, sorgte als Polizeichef für Ordnung und tanzte mit der Funkengarde „Modern“. Für großes Aufsehen sorgte auch der Klavierkabarettist Daniel Helfrich, der sich mehr Beteiligung des Narrenvolkes wünschte: „Schließlich sind wir nicht zum Vergnügen hier!“ Das vereinseigene Männerballett „LA.Hopser“ spielte anschließend Cowboy und Indianer, bevor das Drumcorps „Marsch Mellows Darmstadt“ mit seinem musikalischen Spektakel überzeugte.

„Himmelblaue Augen“ von Anna Maria Zimmermann sang Jesina Litters, ihr Vater Michael Grosch „Pocahontas“ (der Text des Liedes ist von Annen May Kantereit). Nach dem großen Finale mit den Zwoa Spitzbuam gab es schließlich im Foyer der Halle noch eine rauschende Aftershow-Party.

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