Lampertheim

Ortsbeirat SPD will Abwasserleitung vom alten Sportplatz in den Entlastungskanal prüfen lassen

Auffangbecken verstopfen häufiger

Archivartikel

Hüttenfeld.Wenn Ortsvorsteher Karl Heinz Berg bei Schlechtwetter aus dem Fenster schaut, überkommt ihn oft ein mulmiges Gefühl. Seit den heftigen Überflutungen im Sommer lässt die Hochwasser- und damit verbundene Abwasserproblematik den Stadtteil nicht los. Damals hatte die Verbindung aus Starkregen und mehreren Blitzeinschlägen in die Hauptstromleitung zum Versagen der Notpumpen an der alten Kläranlage und der Kleingartenanlage geführt. Viele Keller liefen voll, Straßenzüge standen unter Wasser. Der Ortsbeirat hat nun mehrere einstimmige Anträge dazu verabschiedet

Pumpen zur Entlastung

Dabei ging es dem Ortsvorsteher und der SPD als Antrags- und Anfragestellerin weniger um außergewöhnliche Hochwasserereignisse. Vielmehr beschäftigt sie die generelle Regen- und Abwassersituation am Baugebiet des alten Sportplatzes. Denn die dafür zuständigen Pumpen zur Notentlastung, die in den 80er Jahren an der Kreuzung Kleingartenanlage installiert wurden, sind in jüngster Vergangenheit deutlich häufiger angesprungen. Das geht es dem Antwortschreiben von Anne Wicke, Fachbereichsleiterin Bauen und Umwelt, hervor.

Mit Starkregenereignissen hat das aber nichts zu tun. Seit der Bebauung des Sportplatzes in den 2000er Jahren dient das System nicht mehr nur als Notentlastung, um bei Starkregen auflaufendes Oberflächenwasser in zwei Auffangbecken zu pumpen. Noch vor dem Bau dieser Anlage sei es in Hüttenfeld regelmäßig zu vollgelaufenen Kellern und Bädern gekommen. Inzwischen werde auch Regen- und Abwasser aus dem Neubaugebiet eingeleitet. Diese Berechtigung hätten die Grundstückseigentümer beim Kauf damals laut Berg „on top“ erhalten.

Von dort aus läuft das Wasser in einen Graben, um zu versickern. Die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde für die Pumpanlage datiere aber noch aus Zeiten vor dieser Änderung. Durch das Einleiten von häuslichem Abwasser habe sich nicht nur die Wassermenge deutlich erhöht, sondern auch die Wasserqualität habe sich stark verändert, so Berg. Für den Ortsvorsteher könnte das ein Grund sein, weshalb die Auffangbecken immer häufiger volllaufen und schneller verstopfen.

Oft hängen an den Gittern Papierreste oder andere Abfälle. Die Stadt hatte in den letzten Jahren mehrfach Becken und Abflüsse säubern sowie den Entwässerungsgraben freischneiden lassen. Das hat laut Berg aber nur bedingt geholfen. Noch immer befinden sich groß gewachsene Bäume im Kanal, das Niveau des Grabens scheint noch immer nicht auf der gesamten Länge einem ausreichendend tiefen Niveau angeglichen worden zu sein. Bergs Beobachtungen zufolge läuft der Graben noch immer „nach 30 bis 40 Metern oder wenigen Minuten voll“. Oftmals laufe das Wasser dann in die benachbarte Kleingartenanlage über. Ein Zustand, den er nicht für tragbar hält.

Mögliche Gefährdung prüfen

Mit dem Antrag will er den Magistrat dazu bewegen, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen. Die Stadt, so lautet der Antrag, solle das „Einleiten von mit Fracht versetztem Abwasser über den Entlastungskanal in ein offenes Grabensystem bei der Unteren Wasserbehörde beantragen“. Damit will der Ortsbeirat prüfen, ob durch das Hinzufügen von Abwasser eine Gefährdung für die Umwelt und das Grundwasser besteht. Die Stadt kann bisher lediglich das Anspringen der Pumpen feststellen – ob es öfter zu einem „Mischwasserabschlag“ kommt, ist bislang unbekannt.

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