Lampertheim

Rotary Club Jürgen Haist berichtet über Ecuador

Aus Schutt und Asche

Lampertheim.Nach 17-stündiger Anreise erreichte Jürgen Haist, ehemaliger Leiter des Lessing-Gymnasiums Lampertheim (LGL), die Spargelstadt. Er nahm an einem Meeting des Rotary Clubs im „Darmstädter Hof“ teil. Haist wechselte vor sieben Jahren nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors, um eine deutsche Schule zu leiten. Seitdem besucht er in regelmäßigen Abständen seine Wahlheimat Lampertheim.

2016 erreichte Ecuador ein schweres Erdbeben, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen oder verletzt worden. Viele Gebäude wurden dem Erdboden gleich gemacht. Das Ausmaß der Zerstörung war enorm und deshalb herrschte im Andenland der Ausnahmezustand. „Quito ist in den ecuadorianischen Anden eingebettet“, erklärte Haist. Auch die beliebte deutsche Privatschule mit Tradition, an der er bis dahin drei Jahre Direktor war, wurde durch den heftigen Erdstoß zerstört.

Mit der Hilfe von Unterstützern konnte eine neue erdbebensichere Schule für Kinder und Jugendliche, 180 Kilometer von Quito entfernt, erbaut werden. „Die Schule ist gewachsen, derzeit werden über 200 Mädchen und Jungen unterrichtet“, berichtete Haist. Für das Neubauprojekt kamen auch Spenden von Rotary und Lions Club.

Bei dem aktuellen Besuch überreichte Bürgermeister und Rotarier-Präsident Gottfried Störmer Jürgen Haist 500 Euro für dessen berufliche Wirkungsstätte. Haist brachte die Arbeitsgänge des Neubaus, aber auch die Andenlandschaft in Bildern mit. Er wollte dies auch als Dankeschön für die geleistete Hilfe aus der Spargelstadt verstehen. „Wir sind beeindruckt von dem Engagement, wie aus Schutt und Asche wieder eine Schuleinrichtung entstanden ist“, lobte Störmer. Damit von dem gespendeten Geld auch jeder Cent ankomme, haben die Verantwortlichen der deutschen Schule die Finanzen über ihre persönlichen Bücher laufen lassen und verwaltet. Korruption werde in Südamerika großgeschrieben, erläuterte Haist. Überhaupt seien die Bildungschancen dort ungleich verteilt.

Die von ihm geleitete Einrichtung gehe vom Kindergarten, über die Grundschule bis hin zum Abitur. 16 Lehrkräfte unterrichteten dort. „Bildung wird in Ecuador zwar wertgeschätzt, aber nicht finanziert“, betonte Haist. Der Standort der Ganztagsschule sei sehr dörflich. Die Schüler kämen per Fußmarsch oder Pferd zur Einrichtung. Es sei von Vorteil, dass die Schüler die Einrichtung, wie die Grünanlagen selbst unterhalten. Auch lernten die Jugendlichen Jogurt und Käse zu produzieren. Nun soll eine nahegelegene Quelle eingefasst werden, um diese für die Trinkwasserversorgung zu verwenden. Hierfür könne die Spende der Rotarier dienen.

Zur Ausbreitung des Covid-19-Virus erklärte Haist, dass unter der Bevölkerung die Angst vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus massiv sei, denn es existiere keine ausreichende Gesundheitsversorgung im intensivtherapeutischen Bereich. Auch im Freien seien die Menschen verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. roi

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