Lampertheim

Handball Bezirk und Vereine im Ried befürworten Verlängerung der Spiel-Unterbrechungen bis Ende Dezember / Für Jugend könnte die Saison vorbei sein

Aussetzung stößt auf breites Verständnis

Archivartikel

Lampertheim.Die Entscheidung kam nicht mehr überraschend. Als am Donnerstag der Hessische Handball-Verband (HHV) mitteilte, den Spielbetrieb bis 31. Dezember auszusetzen, war das nur die logische Konsequenz aus den Beschlüssen der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten sowie den Forderungen der allermeisten Vereine, die Planungssicherheit gefordert hatten. Zuvor hatte der Verband zunächst eine Unterbrechung bis zum 8. November ausgesprochen.

Hoffen auf den Januar

„Ich bin froh, dass wir jetzt erst einmal wissen, woran wir sind. Die Entscheidung des Präsidiums war sehr vernünftig“, erklärt der Vorsitzende des Handball-Bezirks Darmstadt, der Lampertheimer Klaus Bernshausen. Auch die Tatsache, dass der Verband über die Vorgabe der Politik hinausging, die vorerst nur ein Verbot bis Ende November vorgesehen hat, hält Bernshausen für „absolut sinnvoll“ mit Blick auf den Kalender: „Wenn wir gesagt hätten, ab 1. Dezember darf wieder trainiert werden, dann hätten wir den Vereinen mindestens eine Woche Vorbereitung zugestehen müssen. Mit gutem Willen hätten wir dann noch zwei Spiele bis Weihnachten reinquetschen können, um dann wieder in eine dreiwöchige Pause zu gehen, in der zum großen Teil wieder kein Training stattfindet. Das hätte doch alles keinen Sinn ergeben“, ist der Bezirksvorsitzende hier auf Linie des Landesverbands.

„Unser Ziel ist es – sofern es die Infektionslage zulässt – Mitte, Ende Januar wieder in den Spielbetrieb zu gehen“, könnte sich Bernshausen vorstellen, dann die Rückrunde noch durchzuführen. „Aber nur bei den Aktiven. Bei der Jugend ist die Situation noch einmal anders. Da wäre es sogar möglich, dass wir gar nicht mehr in die Punktrunde gehen, sondern ab Anfang März in die neue Qualifikation für die Spielzeit 2021/22“, so der Lampertheimer, der aber nachschiebt: „Hier sind die Entscheidungen noch nicht getroffen und wir können sicherlich auch noch mit einem hohen Maß Flexibilität reagieren.“ Auch die Trainer und Vereinsvorstände in der Region sind sich weitestgehend einig, dass die nun getroffene Entscheidung die richtige ist: „Ein Start in die Runde war angesichts der explodierenden Infektionszahlen nicht vorstellbar“, meint Tim Borger, Trainer des TV Groß-Rohrheim, dessen Landesliga-Team nahezu komplett in Quarantäne ist. Vier Spieler wurden positiv getestet, drei haben nur schwache Symptome, einer hat etwas größere Beschwerden. „Das hat uns noch einmal gezeigt, wie schnell man von dieser Infektion betroffen sein kann“, so Borger, der sich selbst auch hat testen lassen und wie die meisten Spieler einen negativen Befund hatte.

Für die nun auferlegte Zwangspause hat der TVG-Trainer seinen Spielern wie schon im Frühsommer Hausaufgaben erteilt. „Die Jungs sollen im Ausdauer- und Kraftbereich sowie an der Beweglichkeit arbeiten, um dann nicht bei Null anfangen zu müssen, wenn es wieder losgeht.“ Und trotz des Vorbehalts, in die Punktrunde zu starten – Borger plädiert weiterhin für einen kompletten Abbruch –, ist für den Übungsleiter klar, dass man wieder in den Trainingsbetrieb startet, wenn es gestattet ist: „Natürlich mit allen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen, vielleicht auch erstmal wieder in Kleingruppen und kontaktlos“, könnte er sich vorstellen, dass er sein Team noch vor Weihnachten wieder beisammen hat.

Laufen gegen den Herbst-Blues

In der Handball-Abteilung des TV Lampertheim ist inzwischen ebenfalls ein Corona-Fall bekannt geworden, der allerdings gar nichts mit dem Spiel- und Trainingsbetrieb zu tun hat: Ein Jugendspieler infizierte sich im Rahmen seiner Ausbildung, war zu dieser Zeit aber auch nicht im Training. „Das sorgte aber schon noch einmal für eine weitere Sensibilisierung“, erklärt Achim Schmied, Trainer des Bezirksoberliga-Teams aus der Spargelstadt.

Die Entscheidung, erst im neuen Jahr wieder einen Anlauf zur Punktrunde zu wagen, sieht Schmied als „völlig richtig“ an. „Natürlich spielen wir alle gerne Handball – aber bitte nicht unter diesen Voraussetzungen“, so der TVL-Coach. Er hofft, „dass die Jungs jetzt vorerst wieder individuell Laufen gehen. Aber ich denke, dass die Lust darauf nicht ganz so groß ist“, befürchtet Schmied, dass die dunkle, ungemütliche Herbstzeit neben dem nun wieder in weiter Ferne liegenden Spielbetrieb für ein Motivationsproblem sorgen wird. „Das ist aber auch niemandem zu verübeln.“ me

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