Lampertheim

Sommertour SPD aufgeschlossen für Photovoltaik im Süden

B 44 bleibt „ein dickes Brett“

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Bei der fünften und vorletzten Etappe ihrer Sommertour radelten die Sozialdemokraten gleich mehrere politische Brennpunkt-Themen ab. An der Bundesstraße 44 schilderte Erwin Schäfer die Nöte der Anwohner, auf den Feldern im Süden der Gemarkung stellte Energieried-Prokurist Stefan Fella ein mögliches Freiflächen-Photovoltaik Projekt vor. Ferner will sich die SPD im Bruch für die Wegesanierung einsetzen.

Vom Alten Rathaus aus machten sich etwa 25 Sozialdemokraten zu einer zweistündigen Radtour auf. Mit Privaträdern und VRN-Nextbikes – die inzwischen 60 Räder an acht Stationen gehen auf eine SPD-FDP-Initiative zurück – lag der erste Halt gleich an der B 44. Erwin Schäfer, als Anwohner direkt von den Auswirkungen der Straße betroffen, hatte sich bereits in der SPD-Bürgersprechstunde über die „Autobahn vor seinem Wohnzimmer“ beklagt. Das immense Verkehrsaufkommen und insbesondere der Lastkraftwagenverkehr bereiten dem Anwohner Kopfschmerzen. Die SPD kündigte an, das Thema nochmals mit in die städtischen Gremien zu nehmen. Dass die „beste Lösung“ eine Umgehung sei, darin bestehe nicht nur bei den Anwohnern, sondern auch über die Lampertheimer Parteigrenzen hinweg Einigkeit. „Wir haben das Anliegen im Bundesverkehrswegeplan angemeldet“, erklärte Marius Schmidt. In dem zentralen Verkehrsplan der Bundesrepublik für 2030 sei es aber nur als „weiterer Bedarf“ eingestuft, die Chancen auf eine Verwirklichung dementsprechend gering. „Aber wir haben diese Vision“, beharrte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Schmidt weiß aber auch, dass es „ein dickes Brett“ bleibt. „Wir sind aber bereit, es zu bohren“, so der Genosse.

Optimistischer für eine zeitnahe Umsetzung ist er bei den maroden Radwanderwegen im Bruch. „Wir setzen uns für eine Sanierung, insbesondere entlang des sogenannten Holländer Grabens, ein“, sagte Schmidt. „Prinzipiell positiv“ steht die SPD auch einem dritten Vorhaben gegenüber.

Im äußersten Süden an der Grenze zu Baden-Württemberg könnte eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 4,5 Megawatt Leistung entstehen. Das entspreche drei Prozent von Lampertheims Gesamtbedarf. Energieried könnte die Anlage gemeinsam mit der Stadt bauen, anschließend die Flächen pachten. Auch eine Bürgerbeteiligung in Form von Anteilskauf sei denkbar. „Die Fläche würde nicht versiegelt“, betonte Schmidt.

Für die SPD könnte das eine „lohnende Sache“ sein. „Lieber dezentrale Wertschöpfung vor Ort als den Strom durch die ganze Republik zu karren“, sagte Schmidt. Eine Grundsatzentscheidung darüber steht in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 21. August an. Zum Abschluss kehrten die Genossen im Vogelpark ein, über deren Wiedereröffnung die SPD „außerordentlich froh“ ist. ksm

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