Lampertheim

Mundart Urlaubsbilder-Aktion gestartet / Gruppe hat seit einem Jahr großen Zuspruch

Babbler gehen auf Weltreise

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Kaum ein Platz war frei geblieben, das Alte Rathaus einmal mehr proppenvoll. „Mit so viel Andrang habe ich in der Urlaubszeit und bei dem schönen Wetter nicht gerechnet“, war selbst Initiator Karl-Heinz „Kalle“ Horstfeld überrascht. Mehr als zwei Dutzend Lampertheimer – eingefleischte Babbler und solche, die es noch werden wollen – sind zum Gruppentreffen ins Alte Rathaus gekommen. Besonders erfreulich: „Heute sind viele neue und junge Gesichter dabei“, freute sich Autor Manfred „Mônners“ Krämer, der von Anfang an dabei ist.

Die „Lômbadda Babbler“ locken inzwischen regelmäßig Dutzende Gäste zu ihren Mundart-Treffen ins Alte Rathaus. Dabei gibt es die Mundartgruppe um „Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld erst seit einem Jahr. Gäste können bei den Treffen eigene oder fremde Texte vortragen, Geschichten „von früher“ erzählen oder einfach nur dem Lampertheimer Dialekt lauschen.

Kooperationen mit Vereinen

Auch andere Aktionen der Gruppe, die mittlerweile als Kurs der Volkshochschule geführt wird, haben in nur einem Jahr voll eingeschlagen. Die Radtour „vum Kroddeloch bis ins Gaaseneschd“ etwa im Februar zum Welttag der Muttersprache lockte zahlreiche Lampertheimer aufs Zweirad. Solche Touren wolle man künftig vermehrt in Kooperation mit Vereinen anbieten, betonte Horstfeld.

Ein Ausflug mit dem Männergesangverein im Mai sei bereits ein Erfolg gewesen, Gespräche für ein ähnliches Projekt mit der Feuerwehr laufen. Mit Unterstützung von Marius Schmidt vom Odenwaldklub und Stadtarchivar Hubert Simon sollen noch in 2019 mehrere Radtouren durchgeführt werden.

Sogar in den Schulen hat der Dialekt seit Gruppengründung wieder Einzug gehalten. In Zusammenarbeit mit dem staatlichen Schulamt des Kreis Bergstraße gab es noch vor den Sommerferien einen „Heimatkundlichen Sprachunterricht“ an der Schillerschule – inklusive Besuch des Landrats. Im neuen Schuljahr sind ab 18. Oktober zehn Unterrichtseinheiten an der Goetheschule geplant. Der Unterricht soll von mehreren Mitgliedern der Gruppe gestaltet werden. Der Erfolg von Kalle Horstfelds Ideen zeigt: Mundart ist nicht mehr verpönt, hat für viele Bürger wieder einen Wert. Das haben auch schon Veranstaltungen wie die Mundartabende des Heimatmuseums gezeigt.

Doch trotz der geliebten Heimat: Gelegentliches Fernweh ist auch bei eingefleischten Babblern erlaubt. Selbst den „Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld zog es jüngst für sieben Tage an die Nordsee – Kappe und Shirt mit leuchtender Aufschrift „Lômbadda Babbler“ natürlich im Gepäck. Barfuß am Strand, das Lampertheimer Wörterbuch in der Hand – schnell kursierte das Bild mit Kalles Markenzeichen in den sozialen Netzwerken. Und der Organisator hofft auf Nachahmer. So soll das Wörterbuch und mit ihm die Lampertheimer Sprache eine Weltreise antreten. Auch wenn es in Lampertheim eigentlich am schönsten ist.

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