Lampertheim

Mundart Beim Treffen im Alten Rathaus lustige Geschichten ausgetauscht

Babbler können nur gewinnen

LAMPERTHEIM.Was machen Lampertheimer Männer eigentlich, wenn sie in den Ruhestand gehen? „Sie stehen in der Küche hinter ihrer Frau und erklären, wie alles besser geht“, witzelt Helmut Hummel. „Oder“, hält Erika Krämer-Tomczak dagegen, „sie kommen als Angestellte für ihre Frauen in den ’Dädsch-de-mol‘-Club“. Doch auch dafür hat das Lampertheimer Urgestein Hummel ein scherzhaftes Rezept: „Dann doch lieber in der Firma weiterarbeiten.“ Nur wirklich zur Ruhe setzen, da sind sich die Redner beim Treffen der „Lômbadda Babbler“ einig, wollen sich weder Frau noch Mann.

Manch ein „Unruheständler“, wie die Babbler sich selbst und das Thema des Abends nennen, wird da im Alter sogar noch zum Dichter und Redner. Und das gleich vor 50 Leuten im vollbesetzten Alten Rathaus. Neben zahlreichen altbekannten Gesichtern treten beim monatlichen Mundarttreff diesmal auch mehrere Novizen vor die Gäste.

Bestens aufgelegt

Bestärkung erhalten sie von „Owwerbabbler“ Karl-Heinz „Kalle“ Horstfeld. „Wer hier nach vorne tritt, kann nur gewinnen“, sagt er. Und tatsächlich hat sich in der etwas über einjährigen Babbler-Geschichte so manch einer vom introvertierten Zuhörer zum bestens aufgelegten Geschichtenerzähler gemausert. Auch der Initiator selbst musste die Mundart schließlich im Laufe des Jahres erst noch lernen. Richtig oder falsch gibt es bei der Dialekt-Truppe ohnehin nicht. Jeder darf vortragen, was ihm gefällt.

So werden alte Anekdoten weiter erzählt, Geschichten wiederbelebt und Lampertheimer Persönlichkeiten gedacht. Daniela Freitag etwa übergab Arbeiten und Skripte ihres Vaters Willi an die Gruppe. „Seine Herzblutarbeit wird fortgeführt“, freut sich die Tochter über das Engagement von Horstfeld und Co. Bereits zum wiederholten Mal trat Helga Bruhne mit Gedichten ihrer verstorbenen Mutter Else Hanf aus Hüttenfeld auf. Nach Witzen von Kalle Horstfeld und Karin Kraus trug Margit Kühn ein Lied über das lustige Rentnerleben vor.

Neben Geschichten bei den regelmäßigen Treffen haben die Babbler noch mehr vor. Den Seniorenabend der AWO will die Dialektgruppe genauso begleiten wie den „Heimatabend mit Weinprobe“ beim Odenwaldklub am Freitagabend. Außerdem schwebt Horstfeld eine gemeinsame Aktion mit der Lukas- und Luthergemeinde sowie dem Bonhoeffer-Haus vor. Der „Heimatliche Sprachkurs“ für Grundschüler an der Goetheschule läuft bereits.

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