Lampertheim

Soziales Brot-Tüten im Wert von zehn Euro für einen Euro abgegeben / Bei Spendenaktion kommen 550 Euro zusammen / Tafel ab 4. August wieder im Regelbetrieb

Bäcker helfen Bedürftigen durch die Krise

Archivartikel

Lampertheim.Gerade war seine Spendenübergabe erfolgt und somit die Spendenbox leer, da befand Pascal Schmerker von der gleichnamigen Konditorei, dass die Box weiterhin zugunsten des Lampertheimer Tafelbetriebes auf der Ladentheke stehenbleiben soll. Denn er und viele Kunden unterstützen gerne die Einrichtung.

Schmerker überreichte 550 Euro an Ute Weber-Schäfer, die Tafelkoordinatorin des Diakonischen Werkes Bergstraße. Das Geld war durch den Verkauf der Backwaren zusammengekommen. „Unsere Mitarbeiterinnen haben Brot, Brötchen und Kuchen in einem Wert von zehn Euro in Tüten verpackt“, erklärte Schmerker. Diese gut gefüllten Tüten wurden dann in der Filiale Kaiserstraße an Tafelkunden für einen Euro abgegeben. Dieser Euro wanderte mit anderen Kundenspenden in eine aufgestellte Box.

„Wegen der Corona-Pandemie blieb die Tafelausgabestelle in Lampertheim geschlossen“, wusste Schmerker. Dadurch sei die Versorgung mit Lebensmitteln für Bedürftige nicht gewährleistet gewesen. Deswegen seien viele Tafelkunden für das Angebot der Konditorei sehr dankbar gewesen und hätten die Brot-Tüten-Aktion regelmäßig genutzt. Es wurde zudem ein Lieferdienst eingerichtet, an dem sich zahlreiche Helfer beteiligten, mit dem ältere Tafel-Kunden versorgt werden konnten.

Herzensangelegenheit

„Die Aktion fand große Aufmerksamkeit“, lobte Weber-Schäfer. In Sozialen Medien und im Radio sei darüber berichtet worden. Schmerker selbst sagte, er sei von der großen Resonanz überwältigt gewesen. Er, die Tafelnutzer und die Gäste der Konditorei und des Cafés hätten alle zusammen zu diesem tollen Ergebnis beigetragen. Manche Kunden spendeten einen Teil ihres Wechselgeldes, andere sogar fünf oder zehn Euro. Für Schmerker und sein Team ist es eine Herzensangelegenheit, Menschen, die Unterstützung brauchen, zu helfen. Weiterhin wolle man der Verantwortung als lebensmittelproduzierendes Unternehmen gerecht werden. Backwaren sollten sinnvoll genutzt und nicht in den Müll geworfen werden. „Aus diesem Grund ist das Konzept der Tafel eine tolle Sache, die wir gerne unterstützen“, betonte Schmerker.

Weber-Schäfer bedankte sich und brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass die Tafeln auch vom Lebensmittelhandwerk regelmäßig unterstützt werden. „Auch die Bäckerei Hug hat während der Tafel-Schließung, Brottüten für Tafelnutzer gepackt und gegen eine Spende abgegeben“, sagte Weber-Schäfer.

Sie freut sich, dass die Tafel in Lampertheim ab Dienstag, 4. August, wieder den normalen Betrieb aufnehmen kann. „Alle Kunden können zu ihren bekannten Zeiten die Tafel nutzen.“ Umfangreiche Hygienevorschriften müssen dabei eingehalten werden. Die ehrenamtliche Teamleiterin, Ansprechpartnerin für Logistik und Lieferanten sowie Fahrerkoordinatorin der Lampertheimer Tafel, Isabelle Moeller-Dutoit, bekräftigte, dass die Ehrenamtlichen engagiert diese Herausforderungen annehmen. Denn gerade während Krisenzeiten sei das Tafel-Angebot besonders wichtig.

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